Taiwans 15-jährige Schülerinnen und Schüler haben bei den am 8. September vom OECD veröffentlichten Ergebnissen der PISA-Studie 2025 sehr gut abgeschnitten, so berichtete das Bildungsministerium gestern (08. September). Der Schwerpunkt lag diesmal auf Naturwissenschaften, daneben wurden Lesen und Mathematik geprüft. Im erstmals geprüften Bereich "Computergestütztes Problemlösen" erreichte Taiwan 551 Punkte und kam weltweit auf Platz fünf, deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 500 Punkten. Angeführt wurde dieser Prüfungsbereich von Macau, Singapur, China (Regionen Beijing, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang) sowie Japan. Die Taipei Times berichtete ergänzend, dass Taiwan außerdem in Naturwissenschaften (540 Punkte) und Mathematik (546 Punkte) jeweils weltweit Platz vier erreichte und bei der Lesekompetenz (508 Punkte) mit Platz drei das bisher beste Ergebnis erzielte.
Bei dem neuen Prüfungsbereich "Computergestütztes Problemlösen" wurde geprüft, wie gut 15-Jährige digitale Werkzeuge, Modelle und einfache Programmieransätze nutzen können, um Probleme zu lösen und digitale Produkte zu entwickeln. Der Anteil besonders leistungsstarker taiwanischer Schülerinnen und Schüler war in diesem Bereich sehr hoch: 46,2 Prozent erreichten ein hohes Niveau, im OECD-Durchschnitt waren es 26,1 Prozent. Der Leiter des taiwanischen PISA-Projekts, Tsai Chin-chung (蔡今中), erklärte, taiwanische Jugendliche hätten im Umgang mit möglichen Falschinformationen im KI-Zeitalter ein vergleichsweise gutes Bewusstsein dafür, Informationen über mehrere verlässliche Quellen zu prüfen. Die Erhebung zeige außerdem, dass Schülerinnen und Schüler, die KI täglich zur Unterstützung des Lernens nutzten, im Schnitt bessere Ergebnisse erzielten.
Tsai warnte aber auch, KI könne dem Lernen schaden, wenn sie nur zum Zusammenfassen von Texten oder zum Erledigen von Hausaufgaben genutzt werde, ohne eigenes Denken zu fördern. In solchen Fällen seien die Durchschnittswerte schlechter. Er verwies auf das Problem der "kognitiven Bequemlichkeit": Wenn Denken und Urteilen an KI ausgelagert würden, könnten wichtige Fähigkeiten verloren gehen.
Nach Angaben der Taipei Times nahmen an der Erhebung mehr als 760.000 Schülerinnen und Schüler aus 91 Ländern teil. Taiwan konnte seine starken Leistungen aus der PISA-Erhebung 2022 weitgehend halten, obwohl die Leistungen weltweit nach der Corona-Pandemie weiter zurückgingen.
Hier geht es zu den OECD PISA 2025 Ergebnissen (Taiwan findet sich unter "Chinesisch Taipei"): https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2026/09/pisa-2025-results-volume-i_5265bfb1/1562a447-de.pdf