In Taipei hat heute (9. September) das Taiwan-Japan-Forum für Außen- und Verteidigungspolitik stattgefunden. Veranstalter war der Indopazifische Strategie-Thinktank, moderiert wurde das Forum von Akio Yaita. Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) sagte dort, Taiwan müsse angesichts der immer schwierigeren geopolitischen Lage pro-aktiver handeln. Die erste Inselkette, also der Raum von Japan über Taiwan bis in den westlichen Pazifik, müsse aus der Perspektive eines "einheitlichen Operationsgebietes" als ein gemeinsamer Sicherheitsraum neu interpretiert werden, in dem gemeinsame Lageerfassung, gemeinsame Frühwarnung und gemeinsame Resilienz unerlässlich sind.
Sicherheit zeige laut Lin aber nicht nur militärisch, sondern auch in der Wirtschaft. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Lieferketten, etwa durch die TSMC-Fabrik in Kumamoto. Taiwan und Japan sollten zudem bei Drohnen und unbemannten Systemen enger zusammenarbeiten. Taiwan könne seine Stärke in Informations- und Kommunikationstechnik einbringen, Japan seine Präzisionsfertigung. Ziel sei eine sichere Lieferkette ohne Abhängigkeit von China und ohne Zweifel an der Datensicherheit.
Der japanische Senator Hei Seki warnte davor, Illusionen über die Kommunistische Partei Chinas zu haben. Taiwan und Japan stünden vor derselben Bedrohung und seien eine Schicksalsgemeinschaft. Nur mit ausreichender Verteidigungsfähigkeit könne man verhindern, dass China militärisch handle. Auch der japanische Senator Haruo Kitamura betonte die Bedeutung eines freien und offenen Indopazifiks mit Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße. Er sprach sich für die Verabschiedung einer japanischen Version des "Taiwan Relations Act" und einer japanischen Version des "Taiwan Travel Act" aus.