In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 2 hat der taiwanische Vize-Außenminister Francois Wu (吳志中) betont, Taiwan müsse der internationalen Gemeinschaft zeigen, wie ernst die Bedrohung seitens China sei.
In einem am 7. September ausgestrahlten Interview sagte er, im letzten Jahr seien chinesische Militärflugzeuge über 5000 Mal in die taiwanische Luftraumüberwachungszone geflogen.
Die Luftraumüberwachungszone (Air Defense Identification Zone, ADIZ) ist eine Art Pufferzone die über den hoheitlichen Luftraum hinausgeht. Sie wird einseitig erklärt und soll ermöglichen, ein mögliches Eindringen von Flugzeugen in den eigentlichen Luftraum frühzeitig zu erkennen.
Wu verwies auf das französische Konzept der Abschreckung “du faible au fort” und erklärte, dass das Ziel Taiwans keineswegs sei, einen Krieg mit China zu führen. Stattdessen wolle Taiwan durch die Stärkung seiner Selbstverteidigungsfähigkeiten Aggressionen wirksam abschrecken und den Ausbruch eines Krieges verhindern.
Die Stabilität in der Taiwanstraße sei nicht nur ein Problem, das Taiwan betreffe, so Wu weiter. Taiwans Demokratie und seine Halbleiterindustrie seien von entscheidender Bedeutung für die gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft.
Sollte die Taiwanstraße abgeriegelt werden, würde dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft Japans, Südkoreas, Südostasiens und sogar der ganzen Welt haben. Frieden in der Taiwanstraße zu bewahren, würde damit nicht nur Taiwan helfen, sondern auch der Wahrung der gemeinsamen Interessen der einzelnen Länder und der gesamten Region dienen.