Taiwan hat am Freitag seine landesweiten Übungen zum nationalen Katastrophenschutztag begonnen. Innen- und Bildungsministerium legen dabei ein Erdbeben der Stärke 7,3 und einen anschließenden Tsunami an der Küste zugrunde. Geübt werden unter anderem die Warnmeldungen aufs Mobiltelefon und die Tsunami-Alarmierung; dazu kommen Informationsaktionen in Einkaufszentren und im Internet. Die Übungen laufen bis Ende Oktober.
Der Katastrophenschutztag am 21. September erinnert an das Erdbeben von 1999, bei dem in Zentraltaiwan mehr als 2.400 Menschen starben. Es hatte dieselbe Stärke wie das im Übungsszenario angenommene Erdbeben.
Innenministerin Liu Shyh-fang (劉世芳) sagte, Taiwan habe aus der Katastrophe gelernt, Technik und Strukturen des Katastrophenschutzes hätten sich seither deutlich verbessert. Landesweit seien inzwischen mehr als 170.000 ehrenamtliche Katastrophenschutzhelfer ausgebildet, bis Jahresende sollen es 200.000 sein. Sie bildeten die wichtigste Sicherheitslinie in Wohnvierteln, Betrieben und Schulen.
Bildungsminister Cheng Ying-yao (鄭英耀) sagte, Katastrophenrisiken kennten keine Grenzen, Taiwan könne seine Erfahrungen mit anderen Ländern teilen. Vorsorge sei eine alltägliche Aufgabe, und die Schule sei der Ort, an dem sie verankert werde. Jedes Kind solle lernen, Gefahren zu erkennen, sich in Sicherheit zu bringen und anderen zu helfen.
Taiwan wird regelmäßig von Erdbeben betroffen. Zuletzt starben im April 2024 bei einem Erdbeben der Stärke 7,2 nahe Hualien an der Ostküste 18 Menschen.