Der Taifun Danas und ein nachfolgendes Tiefdruckgebiet haben in den letzten Tagen in Südtaiwan schwere Regenfälle und Überschwemmungen verursacht. In Tainan regnet es seit 6 Tagen ununterbrochen. Weitere betroffene Regionen sind Kaohsiung, Chiayi und Pingtung. Laut dem Wasserressourcenbüro haben die Hauptwasserreservoirs, darunter das Zengwen- und das Nanhua-Reservoir, ihre Kapazitätsgrenzen erreicht und mussten über 100 Millionen Tonnen Wasser ablassen, um Überflutungen zu verhindern.
Die starken Regenfälle führten außerdem zu zahlreichen Straßen- und Brückensperrungen und Erdrutschen in den Bergregionen. In Kaohsiung besteht in 67 Gebieten sehr große Erdrutschgefahr. Darüber hinaus mußten über 2.000 Menschen evakuiert werden. Auch die Stromversorgung ist stark beeinträchtigt: Rund eine Millionen Haushalte sind betroffen, und die Taiwan Power Company meldete, dass aufgrund von Taifun Danas über 2.400 Strommasten umgekippt sind – ein Rekordwert. Die Reparaturarbeiten dauern an, wobei die Hauptleitungen bis morgen wiederhergestellt werden sollen.
Die Zentralwetterbehörde warnt weiterhin vor heftigen Regenfällen, insbesondere in den südlichen und östlichen Regionen. In einigen Gebieten wurden innerhalb von zwei Tagen über 700 Millimeter Regen gemessen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Vorsicht walten zu lassen und nicht in gefährdete Gebiete zu reisen. Es wird erwartet, dass sich die Wetterlage ab dem 11. Juli allmählich entspannt.
Die Stadtverwaltung von Tainan gab heute bekannt, dass sie die geplante Übung zur "2025 Tainan City Urban Resilience Exercise" absagen müssen, weil 716 Gemeinden noch mit Katastrophenhilfe und Wiederaufbau beschäftigt sind; derzeit sind rund 40000 Haushalte ohne Strom.