Heute fanden in Taipei die urbanen Resilienzübungen statt, die erstmals mit der "Han Kuang"-Militärübung kombiniert wurde. Taipeis Bürgermeister Chiang Wan-an (蔣萬安) und Präsident Lai Ching-te (賴清德) inspizierten gemeinsam Notfallstationen, Versorgungszentren und Evakuierungsmaßnahmen. Ziel der Übung war es, die Widerstandsfähigkeit der Hauptstadt im Falle eines Krieges oder einer Katastrophe zu testen und die Zusammenarbeit zwischen Militär, Regierung und Zivilgesellschaft zu stärken. Chiang betonte, dass moderne Kriege keine klare Trennung zwischen Front- und Hinterland mehr kennen und Taipei als Hauptstadt eine Schlüsselrolle für die Stabilität Taiwans spiele: "Wenn Taipei standhaft bleibt, wird auch Taiwan standhaft bleiben", sagte Chiang.
Die Übung umfasste mehrere Szenarien, darunter Kriegsspielsimulationen am Morgen, Luftverteidigungsübungen bzw. Evakuierungen am Nachmittag und die Nutzung von U-Bahn-Stationen als Schutzräume. Bürgermeister Chiang hob hervor, dass 17 U-Bahn-Stationen in Taipei mit Explosionsschutz ausgestattet sind und im Ernstfall als sichere Zufluchtsorte dienen können. Am Nachmittag wurden zudem die Verteilung von Hilfsgütern, die Versorgung von Verletzten und die Rettung kritischer Infrastruktur simuliert. Chiang dankte den beteiligten Behörden, Freiwilligen und Verteidigungskräften für ihre realistische und engagierte Teilnahme.
Präsident Lai betonte, dass die Übung nicht der Provokation diene, sondern dazu, Schwachstellen zu identifizieren und die Verteidigungsfähigkeit zu verbessern. Er rief dazu auf, angesichts wachsender Bedrohungen durch autoritäre Mächte Einheit zu zeigen und konkrete Maßnahmen zum Schutz Taiwans zu ergreifen. Chiang ergänzte, dass "nicht kampfbereit zu sein, die größte Gefahr" sei, und versprach, dass Taipei als Hauptstadt alles tun werde, um die Freiheit und Demokratie Taiwans zu verteidigen.