Heute fand in Peking eine Militärparade der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) in Peking statt, die an den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs erinnern sollte. Taiwans Kommission für Festlandangelegenheiten (MAC) reagierte kritisch auf die Aussagen von Chinas Staatschef Xi Jinping (習近平) während der Parade. Die Kommission betonte, dass die Geschichte des Widerstands gegen Japan klar belege, dass die Republik China (Taiwan) und ihre Bevölkerung die Hauptlast des Krieges getragen hätten, während die KPCh keinen wesentlichen Beitrag geleistet habe. Die Parade sei ein Versuch, die Geschichte zu verzerren und die Legitimität der KPCh zu untermauern.
Sie erklärte, dass die Regierung der Republik China und ihre Streitkräfte während des Widerstands gegen Japan immense Opfer gebracht hätten, um den Sieg zu erringen. Im Gegensatz dazu habe die KPCh den Krieg lediglich genutzt, um ihre eigene Macht zu erweitern. Die Parade und die damit verbundenen Aussagen seien ein Versuch, die Geschichte zu verzerren und die Legitimität der autoritären Herrschaft der KPCh zu untermauern. Keine noch so aufwendige Inszenierung könne die historischen Tatsachen ändern.
Auch das taiwanische Außenministerium kritisierte die KPCh bereits vor wenigen Tagen scharf. Es erklärte, dass die Parade ein Beispiel dafür sei, wie China versuche, die Geschichte neu zu interpretieren, um sich selbst als Hauptakteur im Widerstand gegen Japan darzustellen. Taiwan werde weiterhin die historischen Fakten verteidigen und sich für Demokratie, Frieden und die Wahrung der Wahrheit einsetzen.
Geschichtlicher Hintergrund:
Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges verfolgte Japan eine aggressive Expansionspolitik mit systematischer Gewalt, während China, trotz interner Konflikte zwischen der Kuomintang (KMT) und der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), eine Einheitsfront gegen die japanische Besatzung bildete. Der Krieg forderte Millionen Opfer in China. Die Alliierten, insbesondere die USA, unterstützten China ab 1941 militärisch und wirtschaftlich, was schließlich zur Niederlage und Kapitulation Japans beitrug. Nach Kriegsende wurde China als Siegermacht anerkannt, doch der Bürgerkrieg zwischen der KMT und der KPCh flammte erneut auf. 1949 siegten die Kommunisten unter Mao Zedong und riefen die Volksrepublik China aus, während sich die KMT nach Taiwan zurückzog. Die Volksrepublik China war demnach 1945 noch nicht existent, was die Darstellung Pekings besonders in Taiwan auf Kritik stoßen lässt.