Vom 09.-11. September findet ein internationales Forum mit dem Titel "Demokratische Resilienz aufbauen: Die Rolle der Medienkompetenz bei der Verteidigung des Informationsraums" im Grand Hotel in Taipei statt. Die Veranstaltung ist Teil des "Global Cooperation and Training Framework" (GCTF), das von Taiwan, den USA, Japan, Australien und Kanada organisiert wird. Rund 26 Länder aus Nordamerika, Europa und dem Indopazifik entsandten Regierungsvertreter, Medienexperten und Wissenschaftler, um über die Herausforderungen durch Desinformation und Informationskriege zu diskutieren. Cheryl Lai (賴秀如), Intendantin von RTI, betonte, dass Medienkompetenz in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Fake News entscheidend sei, um demokratische Werte zu schützen.
Das GCTF, das 2015 von Taiwan und den USA ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer wichtigen Plattform für multilaterale Zusammenarbeit entwickelt. In den letzten zehn Jahren wurden über 90 Workshops mit Teilnehmern aus 135 Ländern organisiert. Das aktuelle Forum legt besonderen Wert auf die Einbindung junger Menschen und neuer Medien. Neben Experten wurden auch Influencer und Vertreter sozialer Medien eingeladen, um die Perspektiven der jüngeren Generation zu berücksichtigen und neue Ansätze im Umgang mit Desinformation zu entwickeln.
RTI-Intendantin Lai wies darauf hin, dass Taiwans Kriegsrecht 38 Jahre und 56 Tage gedauert habe und dass der Zeitraum von der Aufhebung des Kriegsrechts am 15. Juli 1987 bis zum 9. September dieses Jahres ebenfalls 38 Jahre und 56 Tage umfasst habe. Da sie seit Beginn des Kriegsrechts als Journalistin tätig ist, kennt sie die Unterschiede zwischen den Medien vor und nach der Aufhebung des Kriegsrechts sowie die unterschiedlichen Herausforderungen bei der Berichterstattung. Lai erklärte, dass Taiwan als lebendige Demokratie weltweit führend in Meinungs- und Pressefreiheit sei, jedoch weiterhin vor Herausforderungen stehe.