Taiwans Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte in diesem Jahr erstmals seit 22 Jahren wieder das von Südkorea übertreffen. Dies erklärte Yeh Chun-hsien (葉俊顯), der neue Vorsitzende des Nationalen Entwicklungsrats, heute bei einem Treffen mit Medienvertretern. Yeh führte den wirtschaftlichen Erfolg Taiwans auf die starke Verhandlungsposition in den Bereichen Künstliche Intelligenz und fortschrittliche Halbleitertechnologien zurück. Er betonte, dass Unternehmen wie TSMC Taiwan einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der noch mindestens fünf bis zehn Jahre anhalten könnte.
Yeh erklärte, dass die wirtschaftlichen Strukturen Taiwans und Südkoreas unterschiedlich seien. Während Taiwan von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt sei, dominierten in Südkorea große Konzerne, die stark von China abhängig seien. Dies mache Südkorea anfälliger für wirtschaftliche Schwankungen, insbesondere wenn China seine eigene Produktion ausweite. Yeh betonte, dass TSMC ein entscheidender Faktor für Taiwans wirtschaftlichen Erfolg sei, warnte jedoch, dass Taiwan nicht allein von TSMC abhängig sein dürfe. Daher setze die Regierung auf Maßnahmen wie die Förderung von Talenten und die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen.
Zusätzlich kündigte Yeh Reformen für den Nationalen Entwicklungsfonds an, um Investitionen besser zu steuern und Risiken zu minimieren. Ziel sei es, die Innovationskraft Taiwans weiter zu stärken und die Wirtschaft breiter aufzustellen.