Taifun Ragasa hat in der Region Hualien schwere Überschwemmungen verursacht. Am 23. September trat der Matai'an-Stausee über die Ufer, wodurch eine Flutwelle eine Brücke zerstörte und mehrere Dörfer in der Gemeinde Guangfu überflutete. Laut Lee Lung-sheng (李龍聖), stellvertretender Leiter der Feuerwehr von Hualien, wurden bis Mittwochmittag (Stand: 24. September, 16:00 Uhr) 14 Todesopfer bestätigt, darunter viele ältere Menschen, die in einstöckigen Häusern auf der Dunhou Road und der Fozu Street lebten und nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten. Zusätzlich wurden 32 Verletzte gemeldet, und über 3.000 Menschen mussten aus den Gemeinden Guangfu, Fenglin und Wanrong evakuiert werden. 152 Personen gelten weiterhin als vermisst.
Die Rettungsmaßnahmen laufen weiterhin auf Hochtouren. Unterstützung kommt auch aus den Regionen Taitung, Pingtung, Kaohsiung, Yilan und Neu-Taipei, wo Feuerwehrteams mit Booten und Spezialausrüstung in die betroffenen Gebiete entsandt wurden. Auch die Streitkräfte sind im Einsatz. Präsident Lai Ching-te (賴清德) betonte, die Suche nach Vermissten und die Rettung eingeschlossener Menschen hätten jetzt höchste Priorität. Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (蕭美琴) besuchte eine Notunterkunft in der Dajin-Grundschule, wo mehr als 500 Menschen untergebracht sind. Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) sprach mit Betroffenen in einer Kirche, die jedoch nur schwer erreichbar ist, und kündigte an, nach geeigneteren Unterkünften zu suchen.
Neben den menschlichen Verlusten hat die Flut auch erhebliche Schäden an der Infrastruktur verursacht. Die Matanshan-Brücke wurde vollständig zerstört, was zu einer Unterbrechung der wichtigen Nationalstraße 9 führte. Der Bahnverkehr auf der Oststrecke wurde durch Überflutungen und beschädigte Signalanlagen beeinträchtigt, konnte jedoch nach nächtlichen Reparaturen am Morgen des 24. September wieder aufgenommen werden.
Verkehrsminister Chen Shih-kai (陳世凱) reiste in das Katastrophengebiet und kündigte einen dreistufigen Wiederaufbauplan für die Brücke an: Bis zum 15. Oktober soll eine provisorische Rohrbrücke für kleine Fahrzeuge errichtet werden. Bis zum chinesischen Neujahrsfest im Februar 2026 soll eine Stahlbrücke fertiggestellt sein, die den Verkehr für alle Fahrzeuge ermöglicht. Der Bau einer dauerhaften einspurigen Brücke soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, mit dem Ziel, die gesamte Brücke bis 2027 wiederherzustellen.
Die Behörden haben mehrere Notunterkünfte eingerichtet. Die Kreisverwaltung spricht jedoch von einem dringenden Bedarf an weiteren Sachspenden. Das Arbeitsministerium hat ein Notarbeitsprogramm aktiviert, um zusätzliche Kräfte für die Aufräumarbeiten bereitzustellen. Laut Landwirtschaftsministerium ist das Wasser im Stausee bereits um rund 75 Prozent zurückgegangen; dennoch bleibt die Gefahrenstufe „rot“ bestehen.