Ein zwölfköpfiges Team des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) ist Ende September nach Taiwan gereist, um die Nationale Feuerwehrbehörde (NFA) und einige taiwanische Hilfsorganisationen bei der Ausbildung von Rettungshunden zu unterstützen. Die Kooperation zwischen dem BRH und Taiwan begann nach dem verheerenden Jiji-Erdbeben im Jahr 1999, bei dem über 2.400 Menschen ums Leben kamen und mehr als 10.000 verletzt wurden. Nicole Gies, die damals als junge Tierärztin mit ihrem Rettungshund vor Ort war, erinnert sich an die schwierigen Bedingungen und die große Notwendigkeit internationaler Hilfe. Sie reist regelmäßig mit dem BRH nach Taiwan, um die Zusammenarbeit der Rettungshundearbeit in Taiwan zu stärken. Das einwöchige Trainingsseminar, das am Sonntag eröffnet wurde, umfasst Theorie- und Praxiseinheiten in den Bereichen Trümmersuche und Mantrailing (Personensuche mithilfe eines Geruchsträgers). Ulrike Gehner, Vizepräsidentin des BRH, betonte, dass die Zusammenarbeit auf gegenseitigem Lernen basiert. Während die taiwanischen Teams im Bereich Trümmersuche bereits sehr erfahren sind, profitieren sie von der deutschen Expertise im Mantrailing.
Die Kooperation zwischen dem BRH und Taiwan wird durch eine Kooperationsvereinbarung gestützt, die den regelmäßigen Austausch von Wissen und Trainingseinheiten ermöglicht. Die Zusammenarbeit hat sich über die Jahre intensiviert, und in diesem Jahr wurden erstmals taiwanische Hundeführer als Trainer zertifiziert. Ziel sei es, langfristig ein starkes Netzwerk von Ausbildern in Taiwan aufzubauen, um die Qualität der Rettungshundearbeit weiter zu steigern, erklärt Ulrike Gehner. Die BRH-Delegation besuchte am Dienstag auch die Deutsche Schule Taipei, um Schülern der Unterstufe die Arbeit mit Rettungshunden näherzubringen und das Bewusstsein für diese wichtige Aufgabe zu fördern.
Am Ende der Trainingswoche fanden Prüfungen statt, bei denen die taiwanischen Rettungshunde-Teams ihre Fähigkeiten unter Beweis stellten. Besonders anspruchsvoll war die Prüfung für Mantrailing-Hunde der höchsten Stufe (MTE), bei der die Hunde eine über Nacht verblasste Geruchsspur auf einer Strecke von 1.000 bis 1.200 Metern innerhalb von 60 Minuten finden mussten. Zu den erfolgreichen Teilnehmern gehörte unter anderem Lu Hong-en vom Feuerwehramt Taoyuan mit seinem Hund April. Auch mehrere Teams aus Taichung und Tainan bestanden die Prüfungen in der Basiskategorie (MTB). Die NFA betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem BRH nicht nur die Fähigkeiten der Rettungshunde verbessert, sondern auch Taiwans internationale Standards in der Katastrophenhilfe stärke.
Webseite vom Bundesverband Rettungshunde: https://www.bundesverband-rettungshunde.de/de/