In Taiwan wird derzeit intensiv über die Nutzung von der Online-Plattform TikTok an Schulen diskutiert. Digitalminister Lin Yi-jing (林宜敬) betonte heute im Parlament, dass seine Behörde gemeinsam mit dem Bildungsministerium prüft, wie der Zugang zu TikTok über das schulische WLAN eingeschränkt werden kann. Hintergrund sind Sorgen von DPP-Abgeordneten wie Wang Yi-chuan (王義川), dass der TikTok-Algorithmus die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gefährden und politische Inhalte aus China verbreiten könnte. Bildungsminister Cheng Ying-yao (鄭英耀) erklärte heute, dass das schulische Internet an taiwanischen Schulen bereits so eingestellt ist, dass TikTok nicht genutzt werden kann. Dennoch sei es wichtig, weitere Maßnahmen zu prüfen, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen .
Der Bildungsminister wies darauf hin, dass viele Kurzvideos auf TikTok Falschinformationen enthalten und wenig mit schulischem Lernen zu tun haben. Er sieht es als notwendig an, Regeln zu schaffen, die eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Die Regierung plant, gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Telekommunikationsanbietern Lösungen zu erarbeiten, um den Zugang zu problematischen Inhalten weiter einzuschränken. Gleichzeitig soll die Medienkompetenz der Schüler gestärkt werden, damit sie besser mit digitalen Inhalten umgehen können .
Ein vollständiges Verbot von TikTok an Schulen ist jedoch umstritten, da auch Fragen der Meinungsfreiheit eine Rolle spielen. Digitalminister Lin betonte, dass ein solcher Schritt einen breiten gesellschaftlichen Konsens erfordere. Neben TikTok sollen künftig auch andere problematische Apps wie Dating-Apps stärker geprüft werden. Bis Ende des Jahres will die Regierung Vorschläge für eine umfassendere Regulierung vorlegen, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen und gleichzeitig die Meinungsfreiheit zu wahren .