Gestern (21. Oktober) ist in Taipei die "2025 EU Innovation Week" (2025歐盟創新週) eröffnet worden, ein gemeinsames Projekt des taiwanischen Wirtschaftsministeriums und der Europäischen Handelskammer (EETO). Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) betonte in seiner Rede, dass die Veranstaltung eine wichtige Plattform für die langfristige Zusammenarbeit zwischen Taiwan und der EU darstelle. Besonders in den Bereichen Halbleiter, grüne Energie und erneuerbare Energien sei die Partnerschaft bereits stark ausgeprägt. Bis September 2025 haben europäische Unternehmen über 63,8 Milliarden US-Dollar in Taiwan investiert, womit die EU der größte ausländische Investor des Landes ist.
Cho hob hervor, dass Taiwan und die EU durch gemeinsame Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Nachhaltigkeit verbunden seien. Beide Seiten arbeiten daran, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und die Zusammenarbeit in Schlüsselindustrien wie Elektromobilität, Satellitentechnologie und erneuerbaren Energien zu vertiefen. Insbesondere europäische Offshore-Windkraftunternehmen haben sich engagiert, Taiwans Entwicklung grüner Energien zu unterstützen. Viele große Unternehmen haben zudem Forschungs- und Entwicklungszentren in Taiwan eingerichtet und arbeiten gemeinsam am Aufbau eines stabilen und wachsenden Halbleiter-Ökosystems. Cho Jung-tai erklärte, dass darüber hinaus taiwanische Unternehmen aktiv auf den europäischen Markt expandieren und in die Lieferketten für Elektrofahrzeuge, Energie und Satelliten investieren. Dies sorge für eine diversifizierte Entwicklung, stärke die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten in Schlüsselbereichen und treibe die weitere Zusammenarbeit voran.
Lutz Güllner, Leiter der Europäischen Handelskammer, betonte in seiner Ansprache, dass die EU ein verlässlicher Handelspartner für Taiwan und ihre Investitionen in Taiwan seien und die Japans und der USA bei weitem übertroffen hätten. Die EU werde Investitionen von Foxconn und TSMC in Europa weiterhin begrüßen, da solche Kooperationen zu strategischeren Allianzen führen und beiden Parteien ermöglichen, widerstandsfähige und innovative Lieferkettenpartner zu werden. Trotz der komplexen und sich schnell verändernden Geopolitik verfüge die EU über robuste Vorschriften, ein solides Rechtsumfeld und einen bedeutenden Markt mit 450 Millionen Menschen. Er hofft, die bilaterale Zusammenarbeit künftig vertiefen zu können.
Hubert Gambs, stellvertretender Generaldirektor der EU-Kommission, betonte, die globale Lage sei instabil und man müsse nach klugen, umsichtigen und langfristigen Partnern suchen. Sowohl Taiwan als auch die EU sind sich bewusst, dass kleine und mittlere Unternehmen das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung bilden.