Die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) hat die Aussagen der neu gewählten KMT-Vorsitzenden Cheng Li-wun (鄭麗文) scharf kritisiert. In einem Interview der Deutschen Welle (DW) hatte Cheng erklärt, Russlands Präsident Wladimir Putin sei kein Diktator, sondern ein demokratisch gewählter Führer. DPP-Sprecher Justin Wu (吳崢) bezeichnete diese Aussage heute (31.) als irreführend und besorgniserregend und warnte, dass sie Taiwans internationales Ansehen gefährde.
Justin Wu wies darauf hin, dass Putin aus dem sowjetischen Geheimdienst KGB stammt und seit 1999 an der Macht ist, wobei er zwischen Präsidenten- und Premierministerposten wechselte. Durch Verfassungsänderungen und die Aufhebung von Amtszeitbeschränkungen sicherte er sich faktisch eine lebenslange Herrschaft. Oppositionelle und kritische Medien werden unterdrückt, Gegner inhaftiert oder unter mysteriösen Umständen getötet. Wu kritisierte, dass Cheng diese Tatsachen ignoriert und Putin als demokratisch legitimierten Staatschef darstelle.
Darüber hinaus betonte Wu, dass die strategische Zusammenarbeit zwischen China und Russland in den letzten Jahren stark zugenommen habe und eine Bedrohung für Taiwan, den Indopazifik sowie den globalen Frieden darstelle. Die Aussagen von Cheng zeigten, dass die KMT Sympathien für autoritäre Regime erkennen lasse und deren Handeln verharmlosen könne.
Abschließend warnte er, dass solche Aussagen ein falsches Signal an die internationale Gemeinschaft senden und Taiwans Image in demokratischen Ländern ernsthaft beschädigen könnten. Sie seien „gefährlich und international riskant“ und könnten Taiwan in diplomatischen Kreisen ins Abseits bringen.