Das australische Verteidigungsministerium hat eine Studie des Australian Strategic Policy Institute (ASPI) in Auftrag gegeben, die am 31. Oktober veröffentlicht wurde. Die Studie, an der auch die taiwanisch-australische Wissenschaftlerin Mei-fen Kuo (郭美芬) beteiligt war, trägt den Titel "Australian public and institutional responses to Taiwan Strait crises" und betont die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Australien und Taiwan. Der Bericht fordert Australien auf, Taiwans politische und soziale Handlungsfähigkeit anzuerkennen und die demokratische Vernetzung sowie die Krisenreaktionsfähigkeit in der indopazifischen Region durch eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Taiwan und Australien zu stärken.
Die Studie warnt, dass eine Eskalation in der Taiwanstraße erhebliche Auswirkungen auf Australien haben könnte, darunter Unterbrechungen bei der Versorgung mit Halbleitern, Energie und medizinischen Gütern. Sie empfiehlt Australien, die Beziehungen zu Taiwan auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene zu vertiefen. Dazu gehören regelmäßige strategische Sicherheitsdialoge, die Förderung von Taiwan-Studien und eine engere Zusammenarbeit mit taiwanischen Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Taiwan könne Australien auch als Vorbild dienen, etwa bei der Stärkung der Demokratie und der Abwehr von Desinformationskampagnen.
Die Autoren der Studie betonen, dass Australien trotz der Ein-China-Politik eine aktivere „Politik des Verstehens und der Zusammenarbeit“ mit Taiwan verfolgen sollte. Taiwan sei ein strategischer Partner für die Sicherheit und Demokratie im Indopazifik und könne eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen spielen.
Hier geht es zum Report: https://www.aspi.org.au/report/australian-public-and-institutional-responses-to-taiwan-strait-crises/