Taiwans Vertreter in Finnland, Freddy Lim (林昶佐), nahm am 4. November am "Nordischen Cyber-Sicherheitsforum" (Cyber Security Nordic) in Helsinki teil, so berichtete die taiwanische Nachrichtenagentur Central News Agency am gestrigen Tage. Lim war der erste taiwanische Redner in der Geschichte des Forums, das seit 2017 als größte Veranstaltung zu Informationssicherheit und hybriden Bedrohungen in Nordeuropa gilt. Gemeinsam mit finnischen Experten wie Aapo Cederberg, dem ehemaligen Generalsekretär des finnischen Sicherheitskomitees, diskutierte Lim über hybride Einflussnahme und die Erfahrungen Taiwans im Umgang mit Desinformationskampagnen und ausländischer Einflussnahme.
Lim betonte, dass Taiwan aufgrund seiner geopolitischen Lage in den letzten Jahren verstärkt mit Informationskriegen konfrontiert war. Er hob die Rolle der Zivilgesellschaft hervor, insbesondere die Entstehung von NGOs mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die gemeinsam gegen kognitive Kriegsführung vorgehen und so die Widerstandsfähigkeit der taiwanischen Gesellschaft stärken. Angesichts des rasanten Technologieeinsatzes der autoritären Regime bliebe die Lage jedoch alles andere als optimistisch. Gleichzeitig warnte er vor totalitären Staaten wie China, die die Grundlagen demokratischer Länder untergraben und die internationale Ordnung in die von ihnen gewünschte Richtung verändern wollen, um so die Interessen ihrer autoritären Regime zu festigen. Finnische Experten teilten ihre Erfahrungen im Umgang mit russischer Einflussnahme und betonten die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Finnland, um demokratische Werte zu schützen.
Das Forum, das jährlich über 2.000 Teilnehmer aus Regierung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft anzieht, widmete sich in diesem Jahr Themen wie Risikomanagement, digitaler Sicherheit in Europa und der Verbindung von Demokratie und Technologiepolitik. Taiwan und Finnland sehen in der Zusammenarbeit eine Chance, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen zu stärken.