Die USA arbeiten daran, die Lieferung von Verteidigungssystemen an Taiwan zu beschleunigen. Dies erklärte Austin J. Dahmer, der für den Posten des US-Verteidigungsstaatssekretärs für Strategie, Planung und Streitkräfte nominiert ist, am 4. November bei einer Anhörung im Senat. Dahmer betonte, dass das Verteidigungsministerium mit hoher Dringlichkeit daran arbeite, Taiwan die notwendigen Fähigkeiten zur Selbstverteidigung bereitzustellen.
Hintergrund ist der Verkauf von 100 Harpoon-Küstenverteidigungssystemen, die während der ersten Amtszeit von Donald Trump (2017-2021) genehmigt, aber bisher nur wenige Systeme ausgeliefert wurden. Im Jahr 2020 gab die US-amerikanische Agentur für Verteidigungssicherheitskooperation (Defense Security Cooperation Agency, DSCA) den Verkauf von 100 Harpoon-Küstenverteidigungssystemen (Harpoon Coastal Defense System, HCDS) an Taiwan bekannt. Quellen bestätigten im Juni dieses Jahres, dass die erste Lieferung von fünf Raketenwerfern und einem Führungsfahrzeug in Taiwan eingetroffen sei, wo Marinepersonal derzeit Abnahmeschulungen zur Verbesserung der maritimen Führungsfähigkeiten durchführe.
Dahmer erklärte, dass die USA mit ihrer "Strategie der Abschreckung" (strategy of denial) darauf abzielen, Chinas Einfluss in der Region zu begrenzen. Taiwan spiele dabei eine Schlüsselrolle, insbesondere in der sogenannten "ersten Inselkette". Er betonte, dass Taiwan mehr tun müsse, um seine Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen, einschließlich einer Erhöhung des Verteidigungsbudgets und einer schnelleren Beschaffung moderner Waffensysteme. Gleichzeitig sei die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie den Philippinen entscheidend, um Chinas Drohungen im Indopazifik zu begegnen.