Die chinesische Botschaft in den USA hat am 31. Oktober hochauflösende Satellitenbilder von Taiwan auf der Plattform X veröffentlicht, die von Chinas Jilin-1-Satelliten aufgenommen wurden. Die Bilder zeigen detailliert bekannte Orte wie den Sonne-Mond-See, Alishan, Taipeh und den Hsinchu-Wissenschaftspark. In einem angepinnten, begleitenden Beitrag bezeichnete die Botschaft Taiwan als "chinesische Provinz Taiwan" und erklärte, dass jeder Zentimeter des Landes lebendig sei. Der Tweet enthielt außerdem einen Abschnitt, in dem erklärt wurde, dass die Kommunistische Partei 1949 den chinesischen Bürgerkrieg gewonnen und das chinesische Festland eingenommen habe. Die Regierung der Republik China zog sich nach Taiwan zurück und trennte sich seitdem vom kommunistischen China.
Diese Darstellung löste scharfe Kritik aus, insbesondere von Jim Risch, dem Vorsitzenden des US-Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Er postete am 4. auf X, dass China nie Taiwans Territorium kontrolliert habe und der Tweet der chinesischen Botschaft in den USA ein Paradebeispiel dafür sei, wie die KPCh die Geschichte verfälsche und Frieden und Demokratie offen bedrohe.
Taiwans Vertretung in den USA reagierte ebenfalls auf die Veröffentlichung und Chinas Vorwurf der Spionage des taiwanischen Satelliten Formosat-8, der am 11. November ins All starten soll. Die Vertretung betonte, dass der Satellit ausschließlich wissenschaftlichen und öffentlichen Zwecken diene und nicht für Spionage eingesetzt werde. Die Veröffentlichung der Bilder des Hsinchu-Wissenschaftsparks durch China sorgte zudem für Besorgnis in den USA, da der Park als Zentrum der taiwanischen Halbleiterindustrie gilt, in dem Unternehmen wie TSMC und Mediatek ansässig sind.