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Kontroverse um KMT-Chefin: Teilnahme an Gedenkveranstaltung für Spion

07/11/2025 18:01
Redaktion: RTI Deutsch
KMT-Vorsitzende Cheng Li-wun (鄭麗文) nahm heute in Taipei am Seminar zum 10. Jahrestag des Treffens zwischen Ma Ying-jeou (馬英九) und Xi Jinping (習近平) teil. Vor der Veranstaltung erklärte sie, dass sie die Entscheidung der Parlamentsfraktion respektiere, die am selben Tag die Zwei-Jahres-Begrenzung für den Fraktionsvorsitz aufgehoben hatte.
KMT-Vorsitzende Cheng Li-wun (鄭麗文) nahm heute in Taipei am Seminar zum 10. Jahrestag des Treffens zwischen Ma Ying-jeou (馬英九) und Xi Jinping (習近平) teil. Vor der Veranstaltung erklärte sie, dass sie die Entscheidung der Parlamentsfraktion respektiere, die am selben Tag die Zwei-Jahres-Begrenzung für den Fraktionsvorsitz aufgehoben hatte.

Die neue Vorsitzende der Kuomintang (KMT), Cheng Li-wun (鄭麗文), wird Berichten zufolge morgen an einer jährlichen Gedenkveranstaltung für die Opfer der Weißen-Terror-Ära teilnehmen. Unter den Geehrten befindet sich Wu Shi (吳石), ein Spion der Kommunistische Partei Chinas (KPCh), der in den 1950er-Jahren innerhalb der KMT-Regierung enttarnt wurde. Wu war damaliger stellvertretender Generalstabschef des Verteidigungsministeriums und wurde nach seiner Verhaftung in Taiwan hingerichtet, nachdem seine Spionagetätigkeit aufgedeckt worden war.

Die Veranstaltung wird von der Taiwan Area Political Victims Mutual Help Association organisiert und findet im Machangding Memorial Park (馬場町紀念公園) in Taipei statt, dem Ort, an dem Wu hingerichtet wurde. Die Organisatoren bezeichneten den Park als historischen Ort, an dem Wu und andere „Märtyrer“ ihr Leben geopfert hätten, und betonten, dass „stille Helden nicht länger still sein sollten“, ein Motto, das auch in einer KPCh-unterstützten Fernsehserie verwendet wird. Cheng soll bei der Gedenkfeier eine Rede halten. Das diesjährige Motto lautet „Geschichte erinnern, Märtyrer ehren, Solidarität über die Taiwanstraße, die Chinesische Nation revitalisieren“.

Ein Sprecher der KMT, Niu Hsu-ting (牛煦庭), rief die Öffentlichkeit zu Offenheit auf und erklärte, Cheng werde ihre Haltung in einer öffentlichen Erklärung erläutern, falls sie teilnehme.

In einem Interview mit der Liberty Times wies der stellvertretende Generalsekretär des Kabinetts, Ruan Jhao-syong (阮昭雄), darauf hin, dass die Regierung grundsätzlich keine Kommentare zu politischen Parteien abgibt. Das Verhalten der neuen Parteivorsitzenden könne jedoch die Beziehungen zwischen Regierung und Parlament negativ beeinflussen. Nach ihrer Wahl habe Cheng erklärt, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (習近平) treffen zu wollen, und in einem Interview mit der DW gesagt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin kein Diktator sei. Ruan warnte vor verstärkter Einmischung Chinas in Taiwan und rief Regierung und Opposition zur Zusammenarbeit zum Schutz der nationalen Sicherheit auf.

Cheng nahm heute zudem an einem Seminar zum zehnjährigen Jahrestag des Treffens zwischen dem damaligen Präsidenten Taiwans, Ma Ying-jeou (馬英九), und Xi Jinping teil.

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