Die ehemalige taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) hat am Dienstag (11.11.) das im Bau befindliche Halbleiterwerk ESMC in Dresden besucht. Das Werk ist ein Gemeinschaftsprojekt von TSMC, Infineon, NXP und Bosch und soll ab 2027 in Betrieb gehen und Chips für die europäische Automobil- und Industriebranche produzieren. Tsai wurde vom ESMC-Präsidenten Christian Koitzsch empfangen und über den aktuellen Baufortschritt sowie die zukünftigen Pläne informiert. Sie zeigte sich Journalisten gegenüber zuversichtlich, dass das Werk ein Erfolg wird, und betonte, dass sie ebenso großes Vertrauen in die europäische Niederlassung von TSMC habe wie Taiwan in das Unternehmen selbst.
Nach der Besichtigung sprach Tsai mit taiwanischen Ingenieuren vor Ort über ihre Arbeit und das Leben in Dresden. Sie lobte ihren Einsatz und ermutigte sie, weiterhin engagiert zu bleiben, ohne dabei ihre Verbindung zu Taiwan zu vergessen. Der Dresdner Bürgermeister Dirk Hilbert bezeichnete das Werk gegenüber CNA als die größte Halbleiterinvestition in der Geschichte der Stadt und hob die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt, dem Freistaat Sachsen und der EU hervor. Zu den Aufgaben der Stadt gehöre es, die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Infrastruktur wie Energieversorgung, Wasserressourcen und Verkehr auszubauen. Hilbert betonte, dass Dresden ein attraktives Umfeld für internationale Fachkräfte schaffen wolle, damit diese sich langfristig in der Stadt niederlassen.
Dresden, auch bekannt als "Silicon Saxony", ist Europas größtes Zentrum für die Halbleiterindustrie mit über 500 Unternehmen und Forschungseinrichtungen.