Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat China zur Zurückhaltung aufgefordert. China hatte vor einigen Tagen angekündigt, vom 17. bis 19. November in Teilen des Gelben Meeres Schießübungen durchzuführen. Zudem wurden Patrouilleboote der chinesischen Küstenwache in die Gewässer um die Diaoyutai-Inseln (japanisch Senkaku-Inseln) entsandt. Die Diaoyutai-Inseln im Ostchinesischen Meer werden von Japan verwaltet und von Japan, China und Taiwan beansprucht.
Chinas Vorgehen wird als Reaktion auf Aussagen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi am 7. November zur Frage über einen möglichen Taiwan-Konflikt gesehen. Takaichi sagte, dass ein chinesischer Militäreinsatz eine lebensbedrohliche Situation für Japan darstellen und möglicherweise kollektive Selbstverteidigung rechtfertigen könnte.
Taiwans Präsident Lai Ching-te sagte heute gegenüber Medien, das Vorgehen Chinas beeinträchtige ernsthaft den Frieden und die Stabilität im Indopazifik und rief China zu Zurückhaltung auf: "Wir rufen China zur Zurückhaltung auf; es sollte die Haltung einer Großmacht zeigen und nicht zum Störenfried von Frieden und Stabilität in der Region werden. Es sollte zur regelbasierten internationalen Ordnung zurückkehren – dies würde Frieden, Stabilität und Wohlstand in der Region zugutekommen. Wir fordern China auf, gründlich darüber nachzudenken."