Der taiwanische Vize-Außenminister Francois Wu (吳志中) hat am gestrigen Mittwoch (19. November) auf der Berliner Sicherheitskonferenz vor einer “Achse der Autokraten” gewarnt, die Druck auf Demokratie und Sicherheit in der ganzen Welt ausübe. Diese umfasse China, Russland, Iran und Nordkorea. Wu rief Europa und Taiwan dazu auf, gemeinsam ihre Zusammenarbeit zu stärken, um die Sicherheit im Indopazifik und Europa zu schützen.
Die Berliner Sicherheitskonferenz wird jährlich von der Zeitung für den Öffentlichen Dienst “Behörden Spiegel” veranstaltet. Unter den diesjährigen Rednern war auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Francois Wu betonte in seiner Rede, die Globalisierung sorge dafür, dass sich die Sicherheitssituationen in Europa und dem Indopazifik gegenseitig beeinflussen. Die Zusammenarbeit von Autokraten stelle das demokratische Lager vor eine neue Herausforderung.
Taiwan liege an der Frontlinie des Pazifiks, sei zugleich aber auch ein wichtiges Zentrum der globalen Tech-Industrie. Taiwan stelle ungefähr 70% der globalen Halbleiter und mehr als 95% der fortgeschrittenen Chiptechnologie her. Eine Krise in der Taiwanstraße würde die schwerwiegendste Unterbrechung der Tech-Lieferketten seit dem zweiten Weltkrieg verursachen.
Bis zum Jahr 2026 werde Taiwan seinen Verteidigungshaushalt auf 30 Milliarden USD erhöhen. Zudem habe sich Taiwan das Ziel gesetzt, bis 2030 seinen Verteidigungshaushalt auf 5% des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, so der Vize-Außenminister. Im vergangenen Jahre hätten europäische Länder mehrmals Kriegsschiffe die Taiwanstraße passieren lassen. Dies deute auf die wachsende Besorgnis Europas über die Sicherheit in der Taiwanstraße hin.