Taiwans nationale Sicherheitsbehörden haben gestern (25. November) bekanntgegeben, dass eine Desinformationskampagne gegen die japanische Premierministerin Sanae Takaichi aufgedeckt wurde. Auf einem anonymen Forum im Darknet wurde am 23. November ein Beitrag veröffentlicht, der fälschlicherweise behauptete, Takaichi habe von Taiwans Vertreter in Japan, Frank Hsieh (謝長廷), teuren Schmuck als Bestechung erhalten, um Japans Taiwan-Politik zu beeinflussen. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Kampagne vermutlich von der Information Support Force der chinesischen Volksbefreiungsarmee gesteuert wurde, um Spannungen zwischen Taiwan und Japan zu schüren.
Die Desinformation verbreitete sich schnell über chinesische Plattformen und Medien, darunter die staatlich kontrollierte Hongkonger Zeitung "Wen Wei Po" (香港文匯網). Diese berichteten über die angeblichen Bestechungsvorwürfe, bevor die Beiträge nach Hinweisen taiwanischer Behörden wieder gelöscht wurden. Das Taiwan FactCheck Center stellte klar, dass die Dokumente, die die Vorwürfe untermauern sollten, gefälscht und sprachlich auffällig waren. Sie wiesen Merkmale von "chinesischem Japanisch" auf und entsprachen nicht dem Stil offizieller japanischer Dokumente.
Die Behörden betonten, dass die Kampagne Teil eines größeren Musters sei, bei dem China gezielt Desinformation einsetzt, um Taiwan und seine internationalen Beziehungen zu destabilisieren. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die Verantwortlichen hinter der Kampagne zu identifizieren und weitere Angriffe dieser Art zu verhindern.