Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat heute am Vormittag am Asiatisch-Pazifischen Kongress für Nephrologie (APCN), der bedeutendsten Fachkonferenz für Nierenmedizin im asiatisch-pazifischen Raum, teilgenommen. Taiwan richtet diese Veranstaltung erstmals seit 25 Jahren wieder aus, ein Schritt, den der Präsident als „hoch bedeutsam“ bezeichnete.
Der Präsident präsentierte eine Strategie zur Bekämpfung chronischer Nierenerkrankungen. Die Initiative soll die Behandlung von Nierenkrankheiten von einer rein behandlungsorientierten zu einer präventionsorientierten Strategie verschieben.
Präsident Lai, der selbst als Nierenfacharzt arbeitete, sagte, Chronische Nierenerkrankungen stellten eine massive Belastung für die öffentliche Gesundheitsversorgung dar. Taiwan zähle über 90.000 Dialysepatienten, mit erwarteten jährlichen Kosten von über 1,5 Milliarden US-Dollar. Angesichts dieser Zahlen sei die Nierengesundheit eine entscheidende Grundlage für das Wohlergehen der gesamten Bevölkerung.
Das Herzstück der Strategie ist das neue "Taiwan Heimdialyse Weißpapier (2026–2035)". Diese Blaupause soll die Patientenversorgung aus dem Krankenhaus in das häusliche Umfeld verlagern, um eine humanere und nachhaltigere Pflege zu gewährleisten. Der Präsident stellte das Ziel klar in den Vordergrund: „Wir werden uns dafür einsetzen, die Vision des taiwanischen Weißbuchs zur Heimdialyse zu verwirklichen, und mit internationalen medizinischen Organisationen zusammenarbeiten, um mehr Patienten eine sichere Dialyse zu Hause zu ermöglichen und bis 2035 eine Prävalenz der Heimdialyse von 18 Prozent zu erreichen.“
Gleichzeitig stärkt Taiwan die Früherkennung. Zusammen mit der Taiwanischen Gesellschaft für Nephrologie (TSN) wurde der erste Asiatisch-Pazifische Jahresbericht zur Früherkennung Chronischer Nierenerkrankungen veröffentlicht. Gesundheitsminister Shih Chung-liang (石崇良) bestätigte, dass über 900.000 Patienten in Behandlung seien. Er hob die Erfolge der qualitätsorientierten Vergütungsprogramme (P4P) hervor: Durch die bessere Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes sei die Neuerkrankungsrate stabilisiert worden. Die Regierung strebt an, die Sterblichkeitsrate bei chronischen Nierenerkrankungen bis 2030 um ein Drittel zu senken.