Taiwans Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin (龔明鑫) hat bei einem dreitägigen Besuch in Polen (9. bis 11. Dezember) die wirtschaftliche Verflechtung mit Mittel- und Osteuropa massiv vorangetrieben. Im Zentrum der Reise standen die Eröffnung eines neuen Handelsbüros in Warschau und eine strategische Allianz im Drohnensektor, um sich technologisch von chinesischen Lieferketten zu lösen.
Ein Highlight des Besuchs war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (MOU) zwischen der „Taiwan Excellence Drone International Business Opportunities Alliance“ (TEDIBOA) und der polnischen Drohnenhandelskammer (PISB). Die Allianz wird auf taiwanischer Seite vom staatlichen Kampfjet-Entwickler AIDC angeführt. TEDIBOA-Vorsitzender Tsao Chin-pin (曹進平) ordnete die Kooperation geopolitisch ein. Der Russland-Ukraine-Krieg habe die globalen Verteidigungsstrategien neu definiert und Drohnen zu einer unverzichtbaren Komponente der nationalen Sicherheit gemacht. Die Vereinbarung sieht daher nicht nur den Aufbau einer „China-freien Lieferkette“ vor, sondern auch gemeinsame Tests bei grenzüberschreitenden Technologieausstellungen sowie die Harmonisierung rechtlicher Rahmenbedingungen.
Minister Kung betonte, dass beide Länder höchsten Wert auf Informationssicherheit legten. Die Bedeutung Polens als Partner ist bereits jetzt immens. Laut Wirtschaftsministerium stiegen Taiwans Drohnenexporte von Januar bis Oktober dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um das 11,4-Fache auf rund 55 Millionen US-Dollar. Polen ist mit einem Anteil von fast 40 Prozent mittlerweile der wichtigste Exportmarkt für taiwanische Drohnentechnologie.
Um diese Dynamik zu stützen, weihte Minister Kung das „Taiwan Trade and Investment Center“ in Warschau ein. Es ist nach Prag, Fukuoka und Dallas erst das vierte Zentrum dieser Art weltweit. Zudem kündigte das Ministerium an, im Juni nächsten Jahres erstmals eine „Taiwan Expo“ in Europa abzuhalten, mit Warschau als Austragungsort.