Die Beziehungen zwischen Taiwan und den Philippinen gewinnen deutlich an Dynamik. Nach einer Serie hochrangiger Treffen in den vergangenen Wochen – darunter das Agrar- und Fischereiforum Ende November, das „Smart Port Forum“ Anfang dieser Woche sowie die Unterzeichnung eines Abkommens zur Viehzuchtforschung am Dienstag – treibt Taipei nun die strategische Vernetzung voran.
Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) skizzierte am Freitag in einem Interview die Vision eines „Taiwan-Philippinen-Wirtschaftskorridors“. Dieses bilaterale Projekt soll direkt an den von den USA, Japan und den Philippinen initiierten „Luzon-Wirtschaftskorridor“ andocken.
Ein entscheidender Hebel hierfür ist die Kooperation mit Japan. Lin verwies auf den Besuch des Vorsitzenden der Japan-Taiwan Exchange Association, Shuzo Sumi, am 5. Dezember. Bei dessen Gesprächen über Investitionen in Drittländern standen die Philippinen im Fokus. Lin erklärte die geopolitische Tragweite: „Wenn Taiwan und Japan zusammenarbeiten und den Luzon-Korridor mit dem Taiwan-Philippinen-Korridor verknüpfen, wird die Erste Inselkette nicht mehr nur ein Ort der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit sein. Es entsteht durch Technologie und Handel eine wirtschaftliche Resilienz, die die Sicherheit stützt.“
Bereits am Montag hatte Lin bei einem Treffen mit der philippinischen Repräsentantin in Taiwan, Corazon A. Padiernos, einen „institutionalisierten Kooperationsrahmen“ gefordert, um taiwanischen Unternehmen mehr Investitionssicherheit auf den Philippinen zu bieten.