Nach Angaben der taiwanischen Zivilluftfahrtbehörde (Civil Aviation Administration, CAA) werden Chinas Militärmanöver hunderte Flüge von und nach Taiwan beeinträchtigen. Schätzungsweise sind mehr als 100.000 Passagiere auf internationalen Verbindungen betroffen.
Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde veröffentlichte heute, am 29. Dezember, um 7:30 Uhr eine Flugwarnung (NOTAM). Demnach werden morgen, am 30. Dezember, zwischen 8 Uhr und 18 Uhr sieben vorübergehende Gefahrenzonen rund um die Taiwanstraße eingerichtet, in denen Raketenschießübungen (ROCKET FIRING EXERCISE) stattfinden und das Einfliegen von Luftfahrzeugen verboten ist. Taiwans Zivilluftfahrtbehörde erklärte heute Abend, dass diese Maßnahmen die meisten Flugrouten in der Fluginformationsregion Taipei (FIR) beeinträchtigen.
Nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde umfasst das Taipei FIR insgesamt 14 internationale und vier nationale Flugrouten. Die von China eingerichteten sieben temporären Gefahrenzonen betreffen den Großteil dieser Routen.
Taiwans Zivilluftfahrtbehörde verurteilte das Vorgehen Chinas und betonte, dass gemäß den Vorschriften der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) Übungen, die den Flugverkehr beeinträchtigen, spätestens sieben Tage im Voraus per NOTAM angekündigt werden müssen. Zudem sei eine vorherige Abstimmung mit dem betroffenen Fluginformationsgebiet erforderlich. China habe die Warnung jedoch nur einen Tag im Voraus veröffentlicht und damit gegen internationale Standards und gängige Flugpraxis verstoßen. Das großflächige Stören internationaler Flugrouten und regionaler Lufträume gefährde die Flugsicherheit und beeinträchtige die Rechte der Öffentlichkeit.
Laut Statistiken der Zivilluftfahrtbhehörde sind am 30. Dezember zwischen 8 und 18 Uhr insgesamt rund 857 Flüge betroffen, darunter 296 internationale Abflüge, 265 internationale Ankünfte und 296 Überflüge mit insgesamt mehr als 100.000 Passagieren.
Auch der Inlandsflugverkehr ist eingeschränkt: Insgesamt wurden 68 Flüge nach Kinmen und 16 Flüge zu den Matsu-Inseln gestrichen. Rund 6.000 Passagiere sind davon betroffen.
Die Fluggesellschaften wurden angewiesen, Passagiere frühzeitig über Flugausfälle oder Verspätungen zu informieren. Reisende, die am 30. Dezember fliegen wollen, sollten sich vor Abflug über die Websites oder Apps der Fluggesellschaften über den aktuellen Flugstatus informieren oder die Anzeigetafeln und Durchsagen an den Flughäfen beachten.