Das taiwanische Außenministerium hat am Freitag den USA seinen Dank für die deutliche Positionierung gegen die jüngsten militärischen Einschüchterungsversuche durch die Volksrepublik China ausgesprochen. Hintergrund ist das großangelegte Manöver „Mission Gerechtigkeit 2025“, das die chinesische Volksbefreiungsarmee am 29. Dezember des vergangenen Jahres im Umfeld Taiwans durchgeführt hatte. Das Ministerium betonte, dass die Unterstützung Washingtons ein wichtiges Signal für den Erhalt des Status quo in der Region sei.
Zuvor hatte das US-Außenministerium in einer offiziellen Erklärung zur Besonnenheit gemahnt. Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, forderte Peking am Neujahrstag dazu auf, den militärischen Druck auf Taipei einzustellen und stattdessen einen bedeutungsvollen Dialog aufzunehmen. Pigott unterstrich, dass die Vereinigten Staaten jede einseitige Änderung des Status quo ablehnen, insbesondere wenn diese durch Gewalt oder Nötigung erfolge. Die chinesischen Aktivitäten und die damit verbundene Rhetorik würden die Spannungen in der Region unnötig verschärfen.
Der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) begrüßte die klaren Worte aus Washington. Laut Lin zeige die Erklärung der USA gemeinsam mit ähnlichen Besorgnisäußerungen aus Japan, den Philippinen, Australien und der Europäischen Union, dass der Frieden in der Taiwanstraße ein internationales Anliegen sei. Taiwan werde weiterhin eng mit den USA und anderen gleichgesinnten Partnern zusammenarbeiten, um die regelbasierte internationale Ordnung zu verteidigen.
Das Außenministerium in Taipei verwies zudem auf die völkerrechtliche Dimension des Konflikts. Die Wahrung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße liege im globalen Interesse und entspreche den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen, die die Androhung oder Anwendung von Gewalt untersage.