Die Luftwaffe hat heute in Hualien bei einer kurzfristigen Pressekonferenz den Absturz eines F‑16‑Jets des 5. Jagdverbands am Abend des 6. erläutert. Nach erster Einschätzung könnte ein Defekt am modularen Missionscomputer (MMC) sowie räumliche Desorientierung beim Anflug auf den Stützpunkt die Ursache gewesen sein. Der Pilot funkte nach Angaben der Flugsicherung, er sei in den Wolken vom Formationsflug getrennt, verliere Höhe und plane den Schleudersitzausstieg; ein Notsignal der Notfunkbake ging jedoch nicht ein, daher ist unklar, ob der Ausstieg gelang.
Zur Suche sind Luft‑ und Seestreitkräfte sowie Landteams im Einsatz; Flugzeuge und Schiffe durchkämmen das Seegebiet, entlang der Küste suchen zusätzliche Kräfte. Aufgrund des gemeldeten MMC‑Fehlers stehen die genauen Flugwege und die Lage des Jets nicht vollständig zur Verfügung.
Die Luftwaffe wies darauf hin, dass bei Nachtflügen räumliche Desorientierung und ein kontrollierter Flug ins Gelände (CFIT) besonders gefürchtet sind. Vorsorglich wurden F‑16‑Übungen vorübergehend gestoppt; Wartungskontrollen und Simulator‑Auffrischungen für die Crews laufen.
Taiwan hatte 1992 in den USA 150 F‑16 bestellt; die ersten Maschinen trafen 1997 ein und fliegen seither im Einsatz. Einschließlich des aktuellen Falls wurden seit Indienststellung insgesamt elf F‑16 in Unfälle verwickelt. Die nun vermisste einsitzige F‑16V Block 20 mit der Kennung 6700 ging am Abend des 6. bei einem Nachttraining vor der Ostküste von Hualien verloren.