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Trotz US-Ausstiegs: Taiwan bemüht sich weiterhin um Beitritt zur UN-Klimarahmenkonvention

08/01/2026 19:16
Redaktion: RTI Deutsch
Taiwans Umweltminister Peng Chi-ming  (RTI Archivfoto)
Taiwans Umweltminister Peng Chi-ming (RTI Archivfoto)

Taiwan wird seine Bemühungen um einen Beitritt zur UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) fortsetzen – ungeachtet der Entscheidung der USA, aus der UNFCCC auszutreten. Das teilte das taiwanische Außenministerium gegenüber der Nachrichtenagentur Central News Agency (CNA) mit. Demnach werde Taiwan seine seit Jahrzehnten andauernden Bemühungen um eine Einbeziehung in die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen weiterführen.

Das Außenministerium erklärte, es habe eng mit dem Umweltministerium sowie dem privaten Sektor zusammengearbeitet, um Taiwans Teilnahme an Sitzungen und Mechanismen der UNFCCC zu fördern. Diese Bemühungen hätten starke Unterstützung von befreundeten Ländern erhalten. Taiwan werde auch weiterhin die Unterstützung von Verbündeten und gleichgesinnten Staaten suchen, um eine sinnvolle Beteiligung an der UNFCCC voranzubringen.

Die USA ziehen sich aus insgesamt 66 internationalen Organisationen zurück, darunter aus der UN-Klimarahmenkonvention sowie dem Weltklimarat IPCC. Wie das Weiße Haus mitteilte, unterzeichnete Präsident Donald Trump am Mittwoch (Ortszeit Washington) ein entsprechendes Dekret.

Taiwans Umweltminister Peng Chi-ming (彭啓明) sagte heute in einem Interview mit Radio Taiwan International, die USA seien in der Vergangenheit der größte Geldgeber dieser internationalen Umweltorganisationen gewesen. Ein Austritt werde daher erhebliche Auswirkungen auf deren Finanzierung und Arbeitsfähigkeit haben und könne direkte Folgen für die weltweiten Bemühungen zur Emissionsminderung sowie für andere Umweltfragen nach sich ziehen.

Zugleich erklärte Peng, der Rückzug der USA habe zwar zu einer gewissen Veränderung der Stimmung in Bezug auf die globale Emissionsminderung geführt, die meisten Länder hielten jedoch weiterhin an ihrem bisherigen Kurs fest. Taiwan sei kein Mitglied dieser internationalen Organisationen und könne die Entwicklungen daher nur aufmerksam beobachten: "Wir sehen zwar einige Entwicklungen, stellen aber auch fest, dass etwa 80 bis 90 Prozent der Länder bislang keine größeren politischen Veränderungen vorgenommen haben und weiterhin dem bisherigen Kurs folgen. Ursprünglich dachten oder spekulierten viele, dass, wenn ein Land vorangeht, sich alles ändern würde. Derzeit sind keine großen, eigentlich keine, erkennbar. Ob es in der Folge einen Dominoeffekt geben wird und wie dieser aussehen könnte, können wir daher nur weiter beobachten", so Taiwans Umweltminister.

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