Taiwan ist im Jahr 2025 offiziell zu einer „super-gealterten Gesellschaft“ geworden. Wie das taiwanische Innenministerium in Taipei mitteilte, überschritt der Anteil der über 65-Jährigen Ende Dezember mit 20,06 Prozent erstmals die Marke von einem Fünftel der Gesamtbevölkerung. Damit erfüllt der Inselstaat mit seinen rund 23,3 Millionen Einwohnern die entsprechende Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Bedingt wird dieser Umbruch auch durch eine seit Jahren rapide sinkende Geburtenrate. Mit nur 107.812 Neugeborenen verzeichnete Taiwan 2025 einen historischen Tiefstand und den zehnten Rückgang in Folge. Da die Zahl der Sterbefälle (200.268) die der Geburten deutlich überstieg, schrumpfte die Gesamtbevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um etwa 101.000 Personen. Damit verzeichnete das Land das zweite Jahr in Folge ein negatives natürliches Bevölkerungswachstum.
Die Altersstruktur verschiebt sich zusehends. Während die Gruppe der über 65-Jährigen auf fast 4,67 Millionen Menschen anwuchs, sank der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 14 Jahren auf nur noch 11,51 Prozent. Die Gruppe der Erwerbsfähigen (15 bis 64 Jahre) stellt mit rund 68,4 Prozent zwar weiterhin die Mehrheit, steht jedoch unter wachsendem Druck, das Sozial- und Gesundheitssystem des Industriestaates zu stützen.
Auch die Anzahl der Eheschließungen sinkt weiterhin. Im Jahr 2025 wurden 104.376 Hochzeiten registriert – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (ca. 123.000).
Die taiwanische Regierung steht nun vor der Herausforderung, auf den rasanten Alterungsprozess zu reagieren. Die Entwicklung verläuft in Taiwan deutlich schneller als in vielen europäischen Staaten und gilt als Warnsignal für einen drohenden Arbeitskräftemangel sowie steigende Belastungen der Rentensysteme.