Taiwans Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) hat die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der Beziehungen zu Honduras zum Ausdruck gebracht. Lin sagte heute in einem Interview mit "POP Radio", zahlreiche subjektive und objektive Faktoren gäben Anlass zur Erwartung, dass sich die Beziehungen zwischen Taiwan und Honduras weiterentwickeln könnten. Zu diesen Faktoren zählte er Taiwans Wohlstandsprojekt für diplomatische Verbündete, die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber der westlichen Hemisphäre sowie die politischen Positionen des gewählten honduranischen Präsidenten Nasry Asfura. Konkrete außenpolitische Entscheidungen könnten jedoch erst getroffen werden, nachdem Asfura Ende des Monats offiziell sein Amt angetreten habe.
Honduras hatte unter Präsidentin Xiomara Castro im Jahr 2023 die diplomatischen Beziehungen von der Republik China (Taiwan) zur Volksrepublik China verlagert – nach 82 Jahren diplomatischer Beziehungen mit Taipei.
Lin erklärte, Asfuras eigenen Aussagen zufolge sei Taiwan ein unverzichtbarer Bestandteil der von ihm verfolgten außenpolitischen Ausrichtung. Daher könne man den taiwanisch-honduranischen Beziehungen mit vorsichtigem Optimismus entgegensehen. Entscheidungen in der Außenpolitik könnten jedoch erst nach Asfuras offiziellem Amtsantritt getroffen werden.
Lin sagte: "Ich treibe derzeit das 'Wohlstandsprojekt für Diplomtische Partner' voran, das dort aufmerksam verfolgt wird, denn die Nachbarländer Guatemala und Belize sind unsere diplomatischen Partner. Auch die USA verfolgen ihre Politik der Rückkehr in die westliche Hemisphäre sehr aktiv. Ich bin überzeugt, dass diese Vielzahl subjektiver und objektiver Faktoren es uns nach dem 27. Januar ermöglicht, berechtigte Erwartungen auf eine weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Taiwan und Honduras zu haben."
Asfura wird am 27. Januar 2026 das Amt des Präsidenten von Honduras antreten.
Zu Spekulationen über eine mögliche Teilnahme Taiwans an den Amtseinführungsfeierlichkeiten stellte Außenminister Lin Chia-lung klar, dass Präsident Lai Ching-te (賴清德) nicht an der Amtseinführung teilnehmen wird.
Was mögliche Auslandsreisen und Transitaufenthalte von Präsident Lai in den Vereinigten Staaten betrifft, werde das Außenministerium entsprechende Vorbereitungen treffen. Welche befreundeten Staaten der Präsident besuchen werde und wie der Zeitplan aussehe, werde das Präsidialamt bekannt geben, sobald eine Entscheidung gefallen sei.