Trotz schwieriger geomagnetischer Bedingungen ist Schülern aus Taiwan und Norwegen ein bemerkenswertes kommunikatives Experiment gelungen. Über eine Distanz von 7.458 Kilometern verbanden sich am Donnerstag (22. Januar) die Yilan Senior High School aus Taiwan und die Vardø-Schule im norwegischen Polarkreis via Kurzwelle. Am Vortag (21. Januar) hatten die Schüler im Rahmen des Projekts eine direkte Verbindung via Amateurfunk hergestellt.
Im Rahmen der Initiative „Taiwan × Arctic Youth Connection“ besuchten die taiwanischen Schüler die Sendestation des Auslandssenders Radio Taiwan International (Rti) im Bezirk Tamsui. Von dort aus wurde ein von den Schülern selbst produziertes Radioprogramm per leistungsstarker Kurzwelle in den hohen Norden ausgestrahlt. Während die Signale über Kontinente reisten, standen die Jugendlichen parallel per Videokonferenz in Kontakt. Der Erfolg der Übertragung wurde noch während des Events bestätigt: Hörer aus verschiedenen europäischen Staaten meldeten den klaren Empfang der Sendung.
Hinter dem kulturellen Austausch steht ein strategischer Gedanke: die Stärkung der „Kommunikationsresilienz“. Kuo Chia-yu (郭家佑), Vorsitzende der mitveranstaltenden „Taiwan Digital Diplomacy Association“, betonte, das Projekt beweise, dass Informationstransfer auch ohne Internetinfrastruktur möglich sei. Rti-Intendant Chang Jui-chang (張瑞昌) hob hervor, dass die Kurzwelle hier nicht nur als technisches Werkzeug diene, sondern den Jugendlichen die Bedeutung robuster, grenzüberschreitender Kommunikationswege in Krisenzeiten vermittle.
Das gesamte Projekt, eine Kooperation zwischen NGOs, Bildungseinrichtungen und dem Sender Rti, wurde filmisch begleitet und soll als Dokumentation veröffentlicht werden. Ziel ist es, die Verbindung von technologischer Bildung, Katastrophenschutz und kulturellem Austausch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.