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Taiwan kündigt verschärfte Exportkontrollen gegen Russland an

23/01/2026 16:22
Redaktion: RTI Deutsch
Präsident Lai Ching-te (vorne links) bezieht am Freitag (23. Januar) vor Eröffnung einer Messe in Taipei Stellung zu den Äußerungen des ukrainischen Präsidenten. Lai betonte, dass Taiwan an der Seite der Ukraine stehe, die internationalen Sanktionen gegen Russland mittrage und humanitäre Hilfe leiste. (Foto: CNA)
Präsident Lai Ching-te (vorne links) bezieht am Freitag (23. Januar) vor Eröffnung einer Messe in Taipei Stellung zu den Äußerungen des ukrainischen Präsidenten. Lai betonte, dass Taiwan an der Seite der Ukraine stehe, die internationalen Sanktionen gegen Russland mittrage und humanitäre Hilfe leiste. (Foto: CNA)

Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat am Freitag eine verstärkte Überwachung von Warenströmen zugesichert, um zu verhindern, dass taiwanische Technologie über Umwege nach Russland gelangt. Der Staatschef reagierte damit auf direkte Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der moniert hatte, dass weiterhin elektronische Bauteile aus Taiwan in russischen Waffensystemen gefunden würden. Lai forderte Kiew zur direkten Zusammenarbeit beim Informationsaustausch auf.

Auslöser der Debatte war eine Rede Selenskyjs auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos. Dort hatte der ukrainische Präsident die Sorge geäußert, dass taiwanische Elektronikkomponenten trotz bestehender Sanktionen den Weg nach Russland fänden und dort die fortlaufende Produktion von Raketen ermöglichten, was den Krieg verlängere.

Am Rande eines Termins in Taipei ging Präsident Lai auf diese Vorwürfe ein. Er bat die ukrainische Regierung, entsprechende Beweise und Details an Taiwan zu übermitteln. Das Kernproblem seien Exporte, die über Drittländer abgewickelt würden, um den sanktionierten Endbestimmungsort Russland zu verschleiern. Lai versicherte, dass Taiwan bereit sei, genau diese Schlupflöcher durch strengere Kontrollen zu schließen, sobald man über die notwendigen Informationen verfüge.

Lai nutzte die Gelegenheit, um die grundsätzliche Solidarität Taiwans mit der Ukraine zu bekräftigen. Die Inselrepublik habe sich den Sanktionen der USA und der Europäischen Union angeschlossen und leiste humanitäre Hilfe. Zudem verwies der Präsident auf das persönliche Opfer taiwanischer Staatsbürger: Junge Taiwaner hätten sich als Freiwillige den ukrainischen Streitkräften angeschlossen, um die Freiheit zu verteidigen; einige seien dabei gefallen. Auch beim künftigen Wiederaufbau der Ukraine wolle Taiwan an der Seite der westlichen Partner stehen.

In einer ergänzenden Stellungnahme auf der Plattform X zog Lai eine klare rote Linie. Er betonte, dass jegliche Unterstützung eines Aggressors oder die Verletzung internationaler Embargos der Politik seiner Regierung und den Werten des taiwanischen Volkes zutiefst widerspreche. Er hoffe auf einen baldigen Frieden und ein Ende des Leids für die ukrainische Zivilbevölkerung.

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