Der stellvertretende Vorsitzende der Oppositonspartei KMT Hsiao Hsu‑tsen (蕭旭岑) und der Vizechef der Denkfabrik "National Policy Research Foundation", Lee Hong‑yuan (李鴻源), haben heute in einer Pressekonferenz angekündigt, vom 2. bis 4. Februar mit mehr als 40 Expertinnen und Experten nach Peking zu reisen. Dort nehmen sie am "Forum für zukünftigen Austausch und Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße" teil, das von Denkfabriken beider Seiten organisiert wird. Auf Fragen nach möglichen Treffen mit dem Leiter des chinesischen Taiwan‑Büros, Song Tao (宋濤), sowie zu einem möglichen Treffen zwischen der KMT-Vorsitzenden Chen Li-wun (鄭麗文) und Chinas Präsident Xi Jinping sagte Hsiao, man wolle Vertrauen aufbauen, es gebe aber derzeit keine bestätigte China‑Reise der KMT‑Vorsitzenden Cheng Li‑wun.
Hsiao erklärte, die Reise folge dem Wunsch vieler Branchen nach mehr Kontakten. Zugleich kritisierte er eine politisch motivierte Einmischung der Regierung, nachdem ein Universitätsvertreter seine Teilnahme wegen „Bedenken“ abgesagt habe. Die Themen des Forums reichen von Reiseverbindungen und medizinischer Pflege über Maschinenbau und KI bis zu Katastrophenvorsorge, neuer Energie und Klimaschutz. Hsiao betonte, man werde mögliche Begegnungen mit wichtigen Gesprächspartnern dem Gastgeber überlassen.
Die Regierungspartei DPP äußerte deutliche Vorbehalte. Sprecherin Han Ying (韓瑩) sprach von auffälligen "Gleichschaltungen" beim Namen, den Inhalten und dem Ablauf des Forums. Sie warnte, die KMT reise in einer sensiblen Phase nach China und müsse Sicherheitsrisiken sowie mögliche Versuche der ideologischen Gleichschaltung vonseiten Chinas bedenken. Han stellte die Frage, ob die KMT parteipolitische Ziele mit innerparlamentarischen Manövern verknüpfen würden, beispielsweise mit einem möglichen Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jingping, und forderte, keine Abstriche bei Verteidigung und internationaler Kooperation zu riskieren.