Taipei – 03. Februar 2026. Präsident Lai Ching-te (賴清德) rief Taiwan am Dienstag dazu auf, sich bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf andere Demokratien zu konzentrieren, anstatt von China abhängig zu bleiben, berichtete Reuters.
Auf einer Pressekonferenz zum US-Taiwan Dialog über wirtschaftlichen Wohlstand hob Lai die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten in den Bereichen künstliche Intelligenz und kritische Rohstoffe hervor. Hochrangige Vertreter hatten in der vergangenen Woche über wirtschaftliche Sicherheit beraten und die sogenannte Pax Silica-Erklärung unterzeichnet, die darauf abzielt, Lieferketten für KI und Halbleiter angesichts des wachsenden Einflusses Pekings abzusichern.
„Taiwan befindet sich auf dem richtigen wirtschaftlichen Weg und schreitet selbstbewusst auf die Weltbühne“, sagte Lai und betonte zugleich die wirtschaftlichen Vorteile für Taiwan und die USA.
Lais Äußerungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem der stellvertretende KMT-Vorsitzende Hsiao Hsu-tsen (蕭旭岑) sich zu einem Austausch zwischen Denkfabriken mit der Kommunistischen Partei Chinas in Peking aufhält. Dabei geht es um unpolitische Themen wie künstliche Intelligenz und Tourismus. Die KMT-Delegation besteht aus 40 Experten und Wissenschaftlern.
Lai erklärte, die Opposition vertrete eigene Positionen, und stellte das langsamere Wirtschaftswachstum unter der früheren KMT-Regierung dem schnelleren Wachstum seit dem Amtsantritt der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) im Jahr 2016 gegenüber.
„Wollen wir weiterhin mit den USA, Japan, Europa und anderen verbündeten Ländern zusammenarbeiten oder uns erneut an China binden?“, fragte Lai. Die Zusammenarbeit mit Demokratien biete nachhaltigere Chancen als eine Abhängigkeit von Peking.
China verweigert den direkten Dialog mit Lai und bezeichnet ihn als „Separatisten“. Lai bekräftigte, er sei weiterhin zu Gesprächen mit Peking bereit, allerdings nur auf der Grundlage von Gleichberechtigung und Augenhöhe.