Raymond Greene, der Direktor des American Institute in Taiwan (AIT) und damit faktischer US-Botschafter, hat bei einem Besuch in Taichung einen strategischen Wandel in der amerikanischen Wirtschaftspolitik hervorgehoben. „Früher achteten viele US-Firmen vorrangig auf die Kosten, heute steht die Sicherheit an erster Stelle“, erklärte Greene am Donnerstag. In diesem neuen globalen Umfeld sei Taiwan ein „äußerst verlässlicher Partner“, der eine Schlüsselrolle in sicheren internationalen Lieferketten spiele.
Greene besuchte gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Parlaments, Johnny Chiang (Kuomintang), die dortige Maschinenbauindustrie. Der Diplomat bezeichnete die aktuellen Beziehungen als „Goldenes Zeitalter“: Taiwan sei im vergangenen Jahr zum viertwichtigsten Handelspartner der USA aufgestiegen, während die USA der größte Investor in Taiwan seien. Während sich die Kooperation bislang stark auf Halbleiter und KI-Software konzentrierte, sieht Greene nun großes Potenzial in der Verknüpfung von taiwanischer Hardware-Expertise mit US-Interessen. Insbesondere im Bereich „physischer Ki“, der Anwendung von KI in der Robotik und Fertigung, könne Taiwans Maschinenbau entscheidend dazu beitragen, die vom US-Präsidenten Donald Trump anvisierte Reindustrialisierung der Vereinigten Staaten voranzutreiben.