Taiwan hat seine Rolle als sicherheitspolitischer Partner der USA weiter ausgebaut und übernimmt eine Schlüsselfunktion in der globalen Drohnen-Lieferkette. Wie das Außenministerium in Taipei bestätigte, ist das staatliche Industrietechnologische Forschungsinstitut (ITRI) nun die weltweit erste Institution außerhalb der Vereinigten Staaten, die Drohnen nach dem amerikanischen „Green UAS“-Standard zertifizieren darf. Eine entsprechende Vereinbarung mit der Association for Uncrewed Vehicle Systems International (AUVSI) wurde bereits Ende Januar unterzeichnet. Damit fungiert Taiwan künftig als autorisiertes Prüfzentrum für Cybersicherheit und Lieferkettentransparenz bei unbemannten Flugsystemen.
Chiang Chen-wei (江振瑋), Leiter der neu geschaffenen „Arbeitsgruppe für Drohnendiplomatie“ im taiwanischen Außenministerium, bezeichnete den Schritt als strategischen Meilenstein. Die Zertifizierung garantiere, dass Drohnen und deren Komponenten frei von chinesischer Einflussnahme sind. Dies sei entscheidend, um chinesische Störversuche abzuwehren und die Sicherheitsinteressen Taiwans und der USA zu synchronisieren. Chiang sieht in der „Drohnendiplomatie“ das Potenzial, ähnlich wie bei der Halbleiterindustrie, zu einem neuen „Schutzschild“ für die Inselrepublik zu werden. Man habe bereits Bestellungen aus Mittel- und Osteuropa sowie dem Indopazifik erhalten.
Über die technische Prüfung hinaus plant das Außenministerium die Gründung einer „Internationalen Drohnen-Akademie“. Ziel sei es, Piloten aus verbündeten Staaten auszubilden, die ihr Wissen anschließend als Instruktoren in ihren Heimatländern weitergeben. Chiang betonte, dass Taiwan zwar in den sechs Kernbereichen der Drohnentechnologie, wie Antrieb und Flugsteuerung, exzellent aufgestellt sei, es jedoch an Systemintegration fehle. Die Kooperation mit den USA soll diese Lücke schließen und taiwanesische Produkte für den Weltmarkt sowie für Hilfslieferungen an diplomatische Verbündete qualifizieren.