Der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) hat einen aktuellen Beschluss des Europäischen Parlaments zur Vertiefung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit Taiwan ausdrücklich begrüßt. In einer am heutigen Freitag veröffentlichten Stellungnahme reagierte die Regierung in Taipei auf den am Mittwoch verabschiedeten Bericht über „Strategische Verteidigungs- und Sicherheitspartnerschaften der EU“. Das Dokument markiert einen signifikanten Schritt in den Beziehungen zwischen Brüssel und Taipei, da es explizit eine stärkere Kooperation im Verteidigungssektor sowie einen regelmäßigen sicherheitspolitischen Austausch anregt.
Der vom Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung (SEDE) initiierte Bericht thematisiert nicht nur die Partnerschaft mit Taiwan, sondern bewertet auch die Rolle der Volksrepublik China kritisch. Die EU-Parlamentarier stufen China darin als wesentlichen Unterstützer der russischen Kriegswirtschaft ein und warnen vor der geopolitischen Verwundbarkeit Europas durch die Abhängigkeit von kritischen chinesischen Rohstoffen. Als Konsequenz fordert das Parlament eine Neubewertung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Peking sowie eine konsequente Umsetzung der „De-Risking“-Strategie, um die wirtschaftliche Resilienz der Europäischen Union zu stärken.
Das taiwanische Außenministerium dankte dem Europaparlament für diesen konkreten Rückhalt. Ministeriumssprecher Hsiao Kuang-wei (蕭光偉) erklärte, Taiwan werde den Austausch mit der EU und anderen gleichgesinnten Partnern in sicherheitsrelevanten Bereichen weiter fördern. Man wolle gemeinsam auf neue Bedrohungen reagieren und die auf Regeln basierende internationale Ordnung schützen. Die Regierung in Taipei sieht in dem Votum ein weiteres Signal dafür, dass die Stabilität in der indopazifischen Region zunehmend als integraler Bestandteil der globalen Sicherheit wahrgenommen wird.