Taiwans Kreuzfahrtmarkt hat im vergangenen Jahr das Niveau von 2019 erreicht und sogar übertroffen. Die Taiwan International Ports Corporation (台灣港務公司) setzt dennoch weiter auf aktive Anwerbung. Generalmanager Wang Jin‑rong (王錦榮) sagte in einem Interview mit RTI, man führe Einzelgespräche mit Reedereien und lade zu Erkundungsreisen ein, um Kreuzfahrttourismus und -wirtschaft auszubauen. Dafür werden Routen und Anlandungen auf der Hauptinsel und auf den Außeninseln vorgestellt.
Nach den Erkundungsfahrten bewerten viele Anbieter die Häfen Keelung und Kaohsiung laut Wang sehr positiv. Keelung sei gesetzt, Kaohsiung eigne sich als Süd‑Drehscheibe mit Landausflügen nach Tainan, etwa zur Festung Anping und zum Chihkan‑Turm. Trotz der Schäden im Taroko‑Nationalpark nach dem schweren Erdbeben am 03. April 2024 bleibe Hualien an der Ostküste weiterhin attraktiv. Expeditionanbieter planen zudem die Westinseln Penghu, Matsu und Kinmen. 2024 liefen 19 Schiffe erstmals Taiwan an – ein Rekord; der Anteil ausländischer Kreuzfahrtgäste stieg auf fast 40 Prozent.
Für den weiteren Ausbau setzt die Hafenverwaltung laut Wang auf mehr ausländische Gäste und stärkere Fly‑Cruise‑Angebote, da diese Reisenden vor der Einschiffung zusätzliche Tage in Taiwan verbringen. Zudem will man Reedereien für lokale Produkte gewinnen: Frische Produkte und Fisch seien preislich wettbewerbsfähig gegenüber Hongkong und Japan, bei besserer Qualität als in China.