Zwei republikanische US‑Kongressabgeordnete, Tom Tiffany und Andy Ogles, haben am 26. Februar in einem Schreiben an den neuen honduranischen Präsidenten Nasry Asfura zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Taiwan aufgerufen. Sie gratulierten zum Wahlsieg, unterstützten Asfuras zuvor geäußerte Haltung, wonach es Honduras mit Beziehungen zu Taiwan deutlich besser ging, und erwarteten eine entsprechende Ankündigung. Hintergrund ist die Entscheidung der Ex‑Präsidentin Xiomara Castro, 2023 nach rund 80 Jahren die Beziehungen zu Taiwan zu kappen und China anzuerkennen, was wegen ausbleibender Handels‑ und Investitionszusagen Pekings in Honduras Kritik auslöste.
Asfura hatte im Wahlkampf in einem Bloomberg‑Interview erklärt, er wolle die Beziehungen zu Taiwan wiederherstellen und Honduras außen‑ und wirtschaftspolitisch enger an die USA, Israel und Taiwan anbinden. Er kündigte an, die von der Castro‑Regierung mit China geschlossenen Abkommen zu überprüfen. Wirtschaftlich traf die Abkehr von Taiwan unter anderem die Shrimpszucht, einen Kernsektor seit den 1990er‑Jahren: Der Taiwan‑Markt machte zeitweise rund 40 Prozent der honduranischen Shrimp‑Exporte aus, nach dem Bruch gingen die Ausfuhren laut Berichten um fast 70 Prozent zurück, zahlreiche Firmen schlossen und viele Arbeitsplätze gingen verloren. Auch honduranische Abgeordnete kritisierten daher die Kursänderung und warfen der Vorgängerregierung eine Fehlentscheidung vor.