Ein traditionelles Boot aus Palau ist am Samstag im Hafen von Kaohsiung angekommen. Dort hielt die Kommission für Meeresangelegenheiten eine Zeremonie zur Begrüßung der Besatzung ab.
Die "Alingano Maisu" begann seine Reise am 15. Februar von Palau aus. Nach Angaben der Kommission für Meeresangelegenheiten handelt es sich bei dieser viermonatigen Fahrt über rund 6.200 Seemeilen durch den westlichen Pazifik um die bislang größte Reise dieser Art.
Die 13-köpfige Besatzung aus Palau, Taiwan, den USA und den Föderierten Staaten von Mikronesien wird von dem erfahrenen Navigator Sesario Sewralur geleitet. In seiner Ansprache bei der Zeremonie bedankte sich Sewralur für den herzlichen Empfang. Wenn ein Kanu den Ozean überquere, bringe dies Menschen als eine Familie zusammen: "Ein Ozean – eine Familie."
Taiwan ist der erste internationale Halt der Alingano Maisu. Anschließend wird die Reise nach Okinawa, Guam und Saipan sowie nach Satawal und Yap in den Föderierten Staaten von Mikronesien fortgesetzt, bevor das Boot nach Palau zurückkehrt.
Nach Angaben der Kommission für Meeresangelegenheiten navigiert die Besatzung ohne moderne Instrumente. Der Kurs wird durch die Beobachtung von Wind und Meeresströmungen, von Sternen und Himmelskonstellationen sowie durch das Deuten des Verhaltens von Meereslebewesen bestimmt.
Der stellvertretende Vorsitzende der Kommission für Meeresangelegenheiten, Wu Hsin-Hsou (吳欣修), erklärte bei der Zeremonie, diese Reise demonstriere die tiefen und präzisen Kenntnisse der austronesischen Seefahrer, die von Generation zu Generation weitergegeben worden seien.
Während ihres Aufenthalts im südtaiwanischen Kaohsiung wird die Besatzung kulturelle Austauschprogramme sowie maritime Bildungsaktivitäten mit indigenen Gruppen, Seglern und akademischen Einrichtungen veranstalten, teilte die Kommission mit.
Am Samstag zuvor war das Boot von Gewässern nahe der Dapeng-Bucht in Pingtung in Südtaiwan aus von Segelbooten taiwanischer Universitäten und Segelgruppen nach Kaohsiung eskortiert worden.