Angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten hat Taiwan bislang 1.838 seiner Staatsbürger sicher aus der Krisenregion in die Heimat zurückgeholt. Wie das taiwanische Außenministerium mitteilte, stehe man mit weiteren 50 Personen, die das Gebiet noch verlassen müssen, in engstem Kontakt, um je nach Entwicklung der Sicherheitslage umgehend Hilfe zu leisten.
Der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) hatte zuvor am 12. des Monats eine Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretungen im Nahen Osten geleitet. Dabei würdigte er den Einsatz der Diplomaten, die trotz begrenzter personeller Ressourcen und oft länderübergreifender Zuständigkeiten die Evakuierungen koordiniert hatten. Um die Bürger in Sicherheit zu bringen, arbeiteten die taiwanischen Auslandsvertretungen in der Region eng zusammen.
So unterstützte etwa die Vertretung in Israel die Ausreise von Taiwanern in das benachbarte Jordanien, wo das dortige Büro die weitere Betreuung übernahm. Die größte Gruppe von gestrandeten Staatsbürgern befand sich in Dubai; diese wurde in Kooperation mit der Vertretung in Oman auf dem Landweg in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen erfolgten von Bahrain und Kuwait nach Saudi-Arabien. Aus humanitären Gründen leistete das Büro in Bahrain dabei auch einem chinesischen Staatsbürger, der mit einem Taiwaner reiste, Ausreisehilfe. Zudem reiste diplomatisches Personal aus Saudi-Arabien direkt nach Katar, um dort festsitzende taiwanische Bürger zu unterstützen.
Das Außenministerium in Taipei warnt derweil weiterhin eindringlich vor nicht zwingend notwendigen Reisen in den Nahen Osten, da Flugverbindungen und Reiserouten durch den Konflikt jederzeit massiv beeinträchtigt werden könnten. Taiwaner, die dennoch in die Region reisen oder dort Transitaufenthalte haben, werden aufgerufen, sich vorab beim taiwanischen Büro für konsularische Angelegenheiten online zu registrieren, um in Notfällen rasch konsularischen Schutz erhalten zu können.