Taipei – 7. April 2026. Bei einer Gedenkveranstaltung in Taipeh für den verstorbenen Demokratieaktivisten Nylon Cheng (鄭南榕) bekräftigte Präsident Lai Ching-te am Dienstag seinen Wunsch nach Gesprächen mit China auf Augenhöhe. Taiwan sei kein Teil der Volksrepublik China und habe das Recht auf eine Lebensweise, die Demokratie, Freiheit und Menschenrechte schütze, sagte er.
Anschließend stellte er die vier Säulen seines Friedenskonzepts vor, das er erstmals in seiner Antrittsrede im Mai 2024 präsentiert hatte.
Die erste Säule ist die Stärkung der nationalen Verteidigung, einschließlich Waffenbeschaffung und dem Ausbau eigener militärischer Fähigkeiten.
Die zweite Säule ist die Erhöhung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit. Lai betonte, dass Taiwans Investitionen nach China von 83,8 % im Jahr 2010 auf 3,7 % im Jahr 2025 gesunken sind – Ausdruck einer Strategie, die auf „Verankerung in Taiwan bei gleichzeitiger globaler Ausrichtung“ setzt.
Die dritte Säule ist die Vertiefung der Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern zur Sicherung der regionalen Stabilität. Dabei verwies Lai auf jüngste G7-Erklärungen zur Bedeutung von Frieden in der Taiwanstraße.
Die vierte Säule schließlich ist die Aufrechterhaltung stabiler Beziehungen über die Taiwanstraße hinweg – auf Grundlage von Gleichberechtigung und Würde.
Unterdessen veröffentlichte Kuan Bi-ling (管碧玲), Leiterin der Kabinettskommission für Meeresangelegenheiten, ein Bild mit aktuellen Positionen chinesischer Kriegsschiffe rund um Taiwan. Sie sprach von einer „Taiwan-Käfig“-Strategie Pekings.
Auch der Minister der Kabinettskommission für Festlandangelegenheiten, Chiu Chui-cheng (邱垂正), forderte China auf, mit der demokratisch gewählten Regierung Taiwans zu sprechen und den militärischen Druck zu beenden.