Der parlamentarische Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und Nationale Verteidigung hat heute (8.) das Nationale Sicherheitsbüro zur Lage der Sicherheit angehört. Laut dem Sicherheitsbüro wurde das Regierungsnetzwerk im ersten Quartal mehr als 170 Millionen Mal angegriffen. Das Sicherheitsbüro meldete zudem rund 13.000 auffällige Konten und über 860.000 strittige Meldungen. Demnach verbreite China über Staatsmedien, Troll-Netzwerke, Fake-Accounts und Content-Farmen vermehrt kontroverse Inhalte und versuche, die politische Spannung in Taiwan zu erhöhen. In seinem Bericht nennt das Sicherheitsbüro unter anderem auch verstärkte Propaganda zur Einführung eines "Gedenktags der Rückkehr Taiwans".
Bei den militärischen Aktivitäten zählte das Büro im ersten Quartal 2026 über 420 Luftraumverletzungen durch chinesische Flugkörper und zehn gemeinsame Patrouillen von Luft- und Seestreitkräften. Chinesische Küstenwachschiffe seien regelmäßig in Sperrzonen um Außeninseln eingedrungen und hätten dabei teils das automatische Schiffs-Identifikationssystem (AIS) abgeschaltet, um Taiwans Reaktionsfähigkeit zu testen. Bezüglich Infiltration und Spionage wies das Nationale Sicherheitsbüro darauf hin, dass die KPCh aktive und pensionierte Militärangehörige mit Angeboten für Investitionen, Geschäftsmöglichkeiten oder Geldprämien geködert habe, um sensible Informationen zur Verteidigung und Regierung Taiwans auszuspionieren. Bislang wurden 58 Personen wegen Spionage angeklagt, darunter 32 aktive und pensionierte Militärangehörige.
Das Sicherheitsbüro geht davon aus, dass der Hintergrund der vermehrten Angriffe die Lokalwahlen in Taiwan Ende des Jahres sein könnte. Es sei nicht auszuschließen, dass Peking die Eingriffe als Vorbereitung auf eine Wahlbeeinflussung nutzt.