Die taiwanische Küstenwache plant bis 2027 ein neues Radarsystem. Damit soll das Eindringen kleiner Boote aus China in taiwanische Gewässer besser erkannt werden. Zudem habe sie sechs Drohnen der nächsten Generation beschafft, die jeweils bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben können.
Diese Angaben machte der stellvertretende Minister der Kommission für Meeresangelegenheiten und Generaldirektor der Küstenwache Chang Chung-lung (張忠龍) heute im Parlament. Er sagte:
"Radarsysteme der nächsten Generation, Infrarot-Wärmebildsysteme und ein inselumfassendes Ressourcenüberwachungssystem übertreffen die Leistungsfähigkeit der bestehenden Systeme deutlich. Durch die Einführung automatischer KI-Erkennung können menschliche Fehler reduziert werden. Nach Abschluss des Systemaufbaus im Jahr 2027 wird die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Ziele die Küste erreichen, erheblich sinken, und die Erkennung solcher Ziele wird deutlich verbessert."
Dutzende Vorfälle, bei denen chinesische Staatsbürger mit kleinen Booten in taiwanische Gewässer eindrangen, haben Bedenken ausgelöst. Es wird befürchtet, dass es sich dabei um sogenannte Grauzonen-Taktiken handelt, mit denen China Taiwans Verteidigungsfähigkeit untergraben will. In einem Fall im Jahr 2024 war ein Boot bis in Gewässer vor Tamsui vorgedrungen.
Chang erklärte außerdem, die Küstenwache habe nach diesem Vorfall ihre Richtlinien zur Radarerkennung überarbeitet und 72 Schulungen mit insgesamt 497 Einsatzkräften durchgeführt.