Taiwans Präsident Lai Ching‑te (賴清德) wird vom 22. bis 27. April das Königreich Eswatini besuchen. Die Reise steht unter dem Motto "Gemeinsam feiern, gemeinsam vorankommen" und soll die bilaterale Partnerschaft sichtbar machen. Chinas Büro für Taiwan‑Angelegenheiten (國台辦) äußerte sich heute dazu: Man halte am "Ein‑China‑Prinzip" fest und fordere "betroffene Länder" auf, ihre Fehler zu korrigieren und sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen.
Der Politikwissenschaftler Hong Pu‑zhao (洪浦釗) von der Tunghai‑Universität ordnet die Wortwahl Pekings als systematische Reaktion ein. Aus seiner Sicht zielt sie auf drei Ebenen: Druck auf Eswatini auszuüben, ihre Rhetorik gegen die Unabhängigkeit Taiwans zu stärken und der internationalen Gemeinschaft zu verdeutlichen, dass die Taiwanstraße eine interne Angelegenheit Chinas ist. Entscheidend sei weniger der Umfang der Reise als ihr Charakter: Sobald Auslandsbesuche des Staatsoberhaupts als diplomatisches Tagesgeschäft akzeptiert würden, erscheine Taiwan international als eigenständiger Akteur. Hong betont, genau diese Normalisierung wolle Peking verhindern. Er verweist zudem darauf, dass der Besuch zu einem für Eswatini wichtigen Zeitpunkt die Tiefe der Beziehungen unterstreiche und Taiwans Beitrag zu Kooperation und Entwicklung zeigen solle. Regelmäßige Staatsbesuche seien zugleich ein direktes Zeichen von Souveränität und bilden ein Gegengewicht zu Chinas Narrative.