Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat am heutigen Freitag das Kommando für die Infanterieausbildung der Armee in Kaohsiung inspiziert. Er nutzte den Truppenbesuch, um angesichts der anhaltenden parlamentarischen Debatten nachdrücklich für die Verabschiedung des geplanten Sonderbudgets zur Verteidigung zu werben. Lai betonte, dass die bloße Entschlossenheit der Truppe nicht ausreiche. Um Bedrohungen glaubhaft abzuschrecken und den Frieden zu wahren, müsse die Regierung den Streitkräften durch kompromisslose finanzielle Unterstützung den Rücken stärken.
Während seiner Inspektion lobte der Präsident die praxisnahe Ausbildung. Er zeigte sich insbesondere von den eigens entwickelten Lehrmaterialien für Scharfschützen und den modernen Simulatoren für gepanzerte Radfahrzeuge beeindruckt. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte unterstrich er, dass neben dem Einsatz an vorderster Front vor allem die langfristige und realitätsnahe Ausbildung im Hintergrund von entscheidender Bedeutung sei.
Lai verteidigte das Sonderbudget in seiner Ansprache weiter. Er erklärte, die Ausgaben seien professionell kalkuliert und angesichts des stetigen Wirtschaftswachstums Taiwans absolut tragbar. Es handele sich um eine essenzielle Investition, um die demokratischen Freiheiten des Landes zu schützen. Die zusätzlichen Mittel sollen laut Lai insbesondere in die beschleunigte Beschaffung hochmobiler und hochpräziser Waffensysteme fließen, damit die Infanterieverbände den Herausforderungen eines modernen Schlachtfeldes effektiv begegnen können.
Über die rein militärische Notwendigkeit hinaus sende das Verteidigungsbudget ein klares Signal an die internationale Gemeinschaft. Es demonstriere den unbedingten Willen und die Fähigkeit Taiwans, seine Souveränität zu verteidigen. Lai schloss seinen Besuch mit einem Appell an die Soldaten, sich stetig weiterzuentwickeln. Ziel müsse es sein, sich neue Denkweisen, Ausbildungsmethoden und Technologien anzueignen, um in der taiwanischen Bevölkerung Vertrauen in die eigene Sicherheit zu festigen.