Taiwans Vertreter im Vereinigten Königreich, Vincent Yao (姚金祥), hat am Montag (20.) vor dem britischen Parlamentsausschuss für nationale Sicherheitsstrategie (JCNSS) dargelegt, wie Taiwan seine gesamtgesellschaftliche Verteidigungsresilienz aufbaut. Er zeigte das "kleine orangefarbene Buch" – den Zivilschutz-Leitfaden, der jedem Haushalt in Taiwan zugesendet wurde – und unterstrich den Willen Taiwans, Aggressionen zu widerstehen. Yao verwies zudem auf ein Verteidigungsbudget von über 3 Prozent des BIP in diesem Jahr und ein Ziel von 5 Prozent bis 2030.
Yao erläuterte die 2024 gegründete Kommission für gesamtgesellschaftliche Resilienz mit ihren Schwerpunkten wie widerstandsfähige Führungs‑ und Kommunikationsstrukturen, Ausbildung und Einsatz ziviler Kräfte, Versorgung mit strategischen und lebenswichtigen Gütern, Betrieb von Energie und kritischer Infrastruktur, Vorbereitung von Sozial‑/Gesundheitsdiensten und Schutzräumen sowie die Sicherheit von Informations‑, Verkehrs‑ und Finanznetzen. Mit Planspielen und Realübungen werde die Zusammenarbeit von Militär, Behörden, Wirtschaft und Bevölkerung getestet, um Schwachstellen früh zu finden und Kernfunktionen im Krisenfall aufrechtzuerhalten.
Ab dem 22. starte in der südtaiwanischen Stadt Changhua eine neue Reihe kommunaler Resilienz‑ und Mobilisierungsübungen, die in den kommenden vier Monaten auf elf weitere Gemeinden ausgeweitet und mit der jährlichen Han‑Kuang‑Übung verzahnt werden sollen. Ausländische Fachleute seien als Beobachter ausdrücklich eingeladen. Yao sagte, sichtbare Selbstverteidigungsfähigkeit und -wille seien der Schlüssel wirksamer Abschreckung – und damit ein Beitrag zum Frieden. Zudem möchte Taiwan mit dem Vereinigten Königreich über das Global Cooperation and Training Framework (GCTF) zusammenarbeiten, in dessen Rahmen regelmäßige gemeinsame Workshops und Konferenzen stattfinden. Großbritannien ist 2025 als offizieller Partner dem GCTF beigetreten.