Der in Taipei geborene und in Großbritannien aufgewachsene NASA‑Astronaut Kjell Lindgren ist gestern (21.) auf Einladung des American Institute in Taiwan (AIT; US-Vertretung in Taiwan) zu einem fünftägigen Besuch in Taiwan eingetroffen. Hintergrund sind die US‑Feierlichkeiten zum 250‑jährigen Jubiläum und sein Einsatz als Redner in einem Programm des US‑Außenministeriums. Lindgren, der viele Jahre im Astronautenkorps trainierte und bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation war, wirkte jüngst an der Artemis‑II‑Mission mit, die am 10. US‑Westküstenzeit (11. Taiwan‑Zeit) einen historischen Mond‑Umflug abgeschlossen hat. Am Nachmittag traf er Vizepräsidentin Hsiao Bi‑khim ( 蕭美琴) im Präsidialamt. Er äußerte die Erwartung, dass Taiwan mit seinen Stärken die Artemis‑Mondprogramme unterstützen könne.
Hsiao betonte, Lindgrens Werdegang habe Vorbildcharakter für junge Menschen und unterstrich, Taiwan wolle trotz späterem Start in die Raumfahrt fester Teil des Raumfahrt‑Teams sein. Aus Regierungssicht sei Raumfahrttechnologie entscheidend für Taiwans allgemeine Widerstandsfähigkeit, insbesondere Kommunikationstechnologien der nächsten Generation und Erdbeobachtungsfähigkeiten, die in den Bereichen Landesverteidigung, Gemeinwohl und wissenschaftliche Forschung Anwendung fänden. Taiwan strebe laut Hsiao an, internationale Kooperationen auszubauen und entlang der NASA‑Aktivitäten in Asien mehr gemeinsame Projekte, Wissensaustausch und Nachwuchsförderung zu erreichen.